Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war
Eine Familie nicht wie aus dem Bilderbuch: Regisseurin Sonja Heiss hat mit dem Film „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ nach dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff ein turbulentes Familiendrama mit viel Komik gedreht.
„Beim Lesen habe ich mehrfach alleine laut im Bett gelacht: Ein deutsches Buch, das so lustig ist, gibt es selten. Und genau die Art Humor, die meinem sehr ähnlich ist. Das war der Moment, in dem ich dachte, das sollte man verfilmen.“ Regisseurin Sonja Heiss ließ diesem Gedanken Taten folgen.
Aufwachsen unter Verrückten mit dem Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie als Vater: Mit Joachim Meyerhoffs gleichnamigen Roman „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ hat sie die Coming-of-Age-Geschichte des siebenjährigen Joachim (Camille Loup Moltzen) verfilmt. Verdammt traurige und extrem komische Momente sorgen für ein Wechselbad der Gefühle, vor allem aber für viel Lachen.
Während die Eltern in den 1980ern zwischen Ministerpräsidentenbesuch, Schwimmbadbau und Segelschein ihr Leben einzurichten versuchen und dabei grandios scheitern, so dass ein Elektromesser im Haushalt einen intensiven zweckentfremdeten Einsatz erfährt, versucht Joachim sein eigenes Leben auf die Reihe zu kriegen. Er verliebt sich zum ersten Mal – in die 15-jährige Marlene (Pola Geiger), die wegen eines Selbstmordversuchs in der Psychiatrie lebt.
Über drei Jahrzehnte Familiengeschichte um den älter und reifer werdenden Joachim (nach Moltzen gespielt von Arsseni Bultmann als 16-Jähriger und Merlin Rose als junger Erwachsener) präsentiert der Film und damit eine interessante Coming-of-Age-Geschichte; Heiss aber schaut mit einem ähnlich belustigten Blick wie Autor Meyerhoff auf die Familie der von Devid Striesow und Laura Tonke gespielten Eltern Richard und Iris. Innerhalb der Parallelwelt der Psychiatrie scheint es manchmal so, als ob die Meyerhoffs sich dem Umfeld mehr als nur angepasst haben. Sonja Heiss hat die Buchvorlage mit viel Wärme und einem harmonischen Gleichgewicht von Komik und Tragik verfilmt.