URBANE KULTUR

Wege zu mehr Bildung – Diese Möglichkeiten gibt es

Zusammengeknüllter Papierball auf Notizblock

Weiterbildungen für Beschäftigte und Arbeitssuchende

Lehrgänge und Seminare zur Weiterbildung werden für sämtliche Bereiche und Ausbildungsberufe angeboten. Die Kurse sind je nach Bereich unterschiedlich organisiert, angefangen beim Tagesseminar bis hin zum Jahresprogramm. Heute gibt es Bildung bzw. Weiterbildung online oder in Form von Präsenzveranstaltungen.

Je nachdem, in welchem Bereich jemand seine Kenntnisse erweitern möchte, sind die Schwerpunkte der Weiterbildungen andere:

1. Die allgemeine Weiterbildung

Die allgemeine Weiterbildung bezieht sich nicht auf einen bestimmten Beruf. Beispiele für allgemeine Weiterbildungen sind Sprachkurse sowie Kurse aus Kunst, Kultur, Literatur und Geschichte. Vielfach werden auch Schulabschlüsse nachgeholt.

2. Die fachliche Weiterbildung

Im Rahmen der fachlichen Weiterbildung werden Fachkenntnisse für den eigenen Beruf vermittelt. In Grundkursen werden die Grundlagen in einem neuen Bereich behandelt. In einem Auffrischungskurs kann das eigene Wissen aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht werden. Erweiterungskurse sowie Seminare zur Vertiefung sind hilfreich, um neue Inhalte dazuzulernen oder sich in einem Bereich zu spezialisieren.

3. Die methodische Weiterbildung

Hierbei geht es im Wesentlichen um Methoden und Arbeitstechniken wie Arbeitsorganisation, Problemlösung sowie Projekt- und Zeitmanagement. Der Teilnehmer ist anschließend in der Lage, im Beruf an viele Herausforderungen systematisch und strukturiert heranzugehen.

4. Die persönliche Weiterbildung

Bei der persönlichen Weiterbildung dreht sich alles um die eigenen Softskills und Schlüsselkompetenzen. Die eigenen Stärken und Schwächen spielen eine wichtige Rolle, um das eigene Kursziel zu definieren. Entsprechende Kurse können Selbst- und Stressmanagement, Rhetorik oder Kommunikationstraining sein.

Wissenschaftliche Weiterbildung

Diese Weiterbildung richtet sich an interessierte Personen, die sich beruflich weiterentwickeln wollen, aber kein Studium absolviert haben, aber ebenso an Hochschulabsolventen.

Anbieter von Seminaren und Kursen sind Universitäten, Fachhochschulen und andere Bildungsträger. Angeboten werden einzelne Weiterbildungskurse, aber auch mehrjährige Studiengänge. Je nach Art und Dauer der Seminare sind mögliche Abschlüsse der Weiterbildung Zertifikate oder ein Masterabschluss.

Die wichtigsten Voraussetzungen für eine solche Weiterbildungsmöglichkeit sind eine Berufsausbildung oder ein Studium, die jeweils erfolgreich abgeschlossen wurden, und eine gewisse Berufserfahrung. Letzteres bezieht sich vor allem auf die weiterbildenden Master-Studiengänge, die an die beruflichen Kompetenzen und Erfahrungen anknüpfen.

Anpassungsweiterbildung

Im Laufe des Berufslebens werden an die eigene Person und Arbeit immer wieder neue Anforderungen gestellt. Eine Anpassungsweiterbildung hilft dabei, diesen gerecht zu werden, indem vorhandene Kenntnisse und Fertigkeiten aktualisiert werden. Somit kann der Teilnehmer seine Arbeit nach den neuesten Maßstäben ausüben.

Umschulung

Bei einer Umschulung handelt es sich um eine berufliche Neuorientierung. Das bedeutet, dass der frühere Beruf nicht mehr ausgeübt wird. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Der eine kann seiner bisherigen Tätigkeit aufgrund einer Erkrankung oder einer familiären Veränderung nicht mehr nachgehen. Ein anderer ist in seinem Beruf unzufrieden.

Häufig erlauben die theoretischen und praktischen Kenntnisse aus der ersten Berufsausbildung eine Verkürzung der Umschulung. Die Umschulung wird mit einem Abschluss in dem angestrebten Beruf beendet.

Diese Gründe sprechen für eine Weiterbildung

Das lebenslange Lernen schließt auch das Berufsleben ein. Nach einer Ausbildung ist noch lange nicht Schluss. Ganz gleich, ob jemand eine gewerblich-technische oder eine kaufmännische Erstausbildung absolviert hat: Eine berufliche Weiterbildung ist sinnvoll. Es gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die genutzt werden sollten, denn:

  • Wer regelmäßig Weiterbildungen in Anspruch nimmt, hält seine Fähigkeiten und Qualifikationen aktuell und kann die Aufgaben in seiner Tätigkeit zeitgemäß erledigen.

  • Weiterbildungen verbessern die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Qualifiziertes Personal wird immer gesucht.

  • Auch der Verdienst spielt eine Rolle. Grundsätzlich gilt: Je besser die Qualifikation, desto größer sind die Chancen, eine höhere Position in der Firma zu übernehmen und somit mehr Geld zu verdienen.

  • Zwar werden Studium und Ausbildung heute oft als gleichwertig betrachtet. Es gibt jedoch nach wie vor Positionen, die ausschließlich von Hochschulabsolventen besetzt werden. Mit einem berufsbegleitenden Studium kann man seinen akademischen Abschluss nachholen.

Es gibt viele Möglichkeiten, mithilfe einer Weiterbildung die Karriereleiter hinaufzuklettern. Zum einen ist es möglich, sich in einem Fachgebiet zu spezialisieren und ein Experte auf dem Gebiet zu werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Fokus auf das Thema Mitarbeiterführung zu legen, um im Unternehmen eine Stelle mit Verantwortung übernehmen zu können.

Gründe, die gegen eine Weiterbildung sprechen können

Wie viele andere Dinge hat auch die berufliche Weiterbildung Vor- und Nachteile. Wer eine Weiterbildung anstrebt und sich mit den verschiedenen Angeboten und Maßnahmen auseinandersetzt, sollte auch über die möglichen Herausforderungen und Nachteile nachdenken.

Dazu zählen:

  • Der Zeitaufwand: Weiterbildungen nehmen Zeit in Anspruch. Wird die Weiterbildung zum Beispiel neben der Arbeit absolviert, bleibt kaum Zeit für andere Dinge. In Absprache mit dem Chef lässt sich die Arbeitszeit möglicherweise reduzieren, etwa von 40 auf 30 Stunden pro Woche. Aber Achtung: Das bedeutet auch, dass sich das Gehalt in dieser Zeit reduziert.

  • Die Arbeitsbelastung: Viele Arbeitgeber schicken ihre Mitarbeiter von sich aus zu einer Weiterbildung. In diesem Fall zählt die Zeit als Arbeitszeit, die entsprechend vergütet wird. Allerdings steht die Zeit, die für die Weiterbildung genutzt wird, nicht mehr für die Erledigung der Tätigkeiten im Unternehmen zur Verfügung. Das kann, vor allem in Zeiten mit einem höheren Arbeitsaufkommen, mitunter zu Stress führen.

  • Die Organisation: Neben dem Job nehmen auch ganz alltägliche Dinge wie Haushalt und Kindererziehung Zeit in Anspruch. Eine Weiterbildung ist eine zusätzliche Verpflichtung. Nur mit Disziplin und einer guten Selbstorganisation lässt sich alles unter einen Hut bekommen. Im Vorfeld sollte sich jeder deshalb die Frage stellen, ob eine berufsbegleitende Ausbildung oder ein Studium über mehrere Jahre wirklich machbar sind.

  • Die Kosten: Jede Weiterbildungsmaßnahme ist mit Kosten verbunden. Diese muss der Teilnehmer entweder selbst tragen oder der Arbeitgeber übernimmt die Gebühren. In einigen Fällen teilen sich das Unternehmen und der Arbeitnehmer die Kosten auch. Bei der Kalkulation gilt es zu berücksichtigen, dass neben der Teilnahmegebühr weitere Kosten wie Fahrtkosten, Kosten für Bücher und andere Lernmaterialien sowie Prüfungsgebühren anfallen.

Bevor eine Weiterbildung infrage kommt, ist es wichtig, die vorgenannten Punkte zu prüfen. Steht genügend Geld zur Verfügung? Gibt es eventuell Fördermöglichkeiten? Ist die Weiterbildung neben Job und Haushalt machbar? Ist die Arbeit dennoch zu schaffen? Sind alle Punkte geklärt, steht einer Weiterbildung nichts im Wege.

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