„Welcome Home“ von Arno Strobel
Spoileralarm: In „Welcome Home“ von Arno Strobel geht es einer Kleinfamilie an den Kragen, doch Labradoodle James geschieht nichts.
„Welcome Home“ von Arno Strobel ist unser Krimitipp der Woche
Neubausiedlungen sind die natürlichen Habitate für Menschen, deren Lebensentwürfe heteronormativen Vorstellungen entsprechen. Auch für Marco, seine Frau Ines, der vierjährigen Tochter Emilia und Labradoodle James erfüllt das endlich bezogene Eigenheim im Spessart den Kleinfamilientraum von sozialer Geborgenheit in gleichgesinnter Nachbarschaft. Doch kleine Irritationen lösen schon bald leichte Unbehaglichkeit aus: Der Strom bleibt weg, und man wähnt nächtens einen Einbrecher in der Wohnung.
Kaum etwas vergällt Marco allerdings mehr die Laune, als dass im leerstehenden Nachbarhaus eine Frau mit aufgeschlitzter Kehle kopfüber von der Decke baumelt. Bei einem Psychothriller von Arno Strobel wird langsam die Eskalationsschraube gedreht. Es wird eine weitere ausgeblutete Tote geben, dann verschwindet Emilia, und nicht nur Marc befürchtet, statt in die ersehnte Idylle in eine tödliche Falle geraten zu sein, die seine Familie zerstört. Hauptkommissarin Gräfen tappt da genauso im Dunkeln wie die Bewohner der Siedlung bei ihren nächtlichen Patrouillen. Klar, einer von den netten Nachbarsleuten wird’s gewesen sein. Etwa der merkwürdige Guido? Man beäugt sich gegenseitig mit Argwohn. Verdächtig ist, wer sich abseits der Vorstellung von Normalität bewegt. Arno Strobel will hier allzu heile Welten als Fiktion entlarven. Ja, arg konstruiert ist die ganze Chose schon, aber immerhin schont Strobel seine Protagonisten-Familie keinesfalls. Gott behüte: Dem Labradoodle geschieht nichts!
Mit „Welcome Home“ hat es Arno Strobel auf unsere Liste der besten Krimis im Dezember 2025 geschafft.