Anzeige
Postbank Clubtipp20 Jahre Take-off: Wie ein Specht
Zwischen Installationen, Kuchen und Tanz: Das Düsseldorfer Festival Take-off richtet sich primär an ein sehr junges Publikum. Ältere Zuschauer:innen sind aber geduldet.

Festivals für zeitgenössischen Tanz gibt es viele, Take-off in Düsseldorf aber ist eine Besonderheit. Zum einen richtet sich das 2006 als Kooperation von Tanzhaus NRW, Forum Freies Theater, Jungem Schauspielhaus und Tonhalle gegründete Festival mit Performances, Tanzfilmen und Workshops explizit an ein junges Publikum. Und statt in den einzelnen, gut eingeführten Kulturinstitutionen zu verharren, geht Take-off dorthin, wo dieses Publikum sich ohnehin aufhält: Immer wieder finden sich Programmpunkte, die etwa an Schulen stattfinden. Und die jungen Menschen so in die Theater locken: Abbau von Schwellenangst, gute Sache.
Zum 20. Festivalgeburtstag beschreiben Micaela Kühn Jara und Alfredo Zinola aus der aktuellen Leitung Take-off als „Specht, der seit 20 Jahren an die Türen von Schulen und Theatern klopft und immer mehr Tanz in die Stadt bringt“. Was spielerisch klingt, in Wahrheit aber das Verhältnis zwischen den Institutionen nachhaltig verändert: „Dieser Specht schafft Hohlräume, manchmal nur kleine, durch die Tanz langsam wie Wassertropfen eindringt und Menschen begeistern kann.“
Das Jubiläumsfestival steht vom 13. bis 23. November entsprechend unter dem Motto „20 Jahre junger Tanz in Düsseldorf“ (was ein bisschen geflunkert ist, weil es jungen Tanz in der Landeshauptstadt natürlich schon viel länger gibt). Und versammelt Gastspiele, die ganz und gar kein Kinderkram sind, sondern durchaus auch ein erwachsenes Publikum ansprechen, auch wenn dieses hier vor allem geduldet wird: Das Kollektiv Vielleicht_Regen_ befindet sich zur Festivaleröffnung „In_der_Schwebe“ (ab elf Jahren), Anne Nguyen zeigt mit „[superstrat[“ (ab acht Jahren) ein rhythmusgetriebenes Stück zwischen afrikanischen Traditionen und Hip-Hop, Mónica Muñoz singt mit „Flip“ (ab drei Jahren) eine „Ode an das Spielen“. Aber eigentlich geht es gar nicht in erster Linie darum, Kunst zu konsumieren: Die Festivalmacher:innen betonen, dass man insbesondere während des zweiten Wochenendes am Besten gleich den ganzen Nachmittag zwischen Installationen, Kuchen und Tanz im Tanzhaus NRW verbringen sollte.
Das vollständige Programm und Tickets gibt es hier.
Events


Jüdische Kulturtage Berlin: Mit Köpfchen gegen Nazis

Hamburger Krimifestival: Spannung in all ihren Facetten

Spoken Arts Festival: Es gilt das gesprochene Wort

