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Alex Amen: „Songs zu schreiben ist wie eine streuende Katze zu streicheln.“

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(Foto: Jackie Domi)

Der Singer/Songwriter Alex Amen liebt die Natur und die Musik. Auf seinem Debütalbum „Sun of Amen“ verbindet er die beiden Leidenschaften.

Alex, ob Texas, L.A. oder Puget Sound: Du bist in deinem Leben schon viel rumgekommen und pendelst auch im Alltag zwischen verschiedenen Bundesstaaten hin und her. Dazu unternimmst du regelmäßige Segeltouren. Wann hast du überhaupt noch Zeit zum Komponieren?

Alex Amen: Das passiert einfach so. Songs zu schreiben ist wie eine streuende Katze zu streicheln. Während man eine Straße entlangläuft, taucht sie plötzlich wie aus dem Nichts auf. Oft starrt sie einen nur an und läuft dann weiter, selbst wenn man versucht, sie heranzulocken. Aber manchmal kommt die Katze auch herüber und lässt sich von einem streicheln. So ist das auch beim Komponieren: Es kommt aus dem Nichts, manchmal ist es nur ein kleiner Vorgeschmack, manchmal kommt es direkt und bietet sich an.

Wie ist dann dein Debütalbum „Sun of Amen“ konkret entstanden?

Amen: Nach meiner EP „The Zorthian Tapes“ habe ich beschlossen, zurück nach Kalifornien zu ziehen und mich voll und ganz meiner Musikkarriere zu widmen. Ein paar der Musiker aus den EP-Sessions und ich zogen in ein Haus in Altadena und verbrachten zwei Jahre damit, uns musikalisch gemeinsam weiterzuentwickeln.

Allerdings ist auch der Song „California Blues“ auf der Platte, den du schon mit 14 geschrieben hast.

Amen: Dieser Song bedeutet mir besonders viel und hat einen sentimentalen Wert. Er war so etwas wie ein Glückskeks in Form eines Songs, der meine Erfahrungen mit dem Leben in Kalifornien irgendwie perfekt auf den Punkt gebracht hat, noch bevor ich überhaupt einen Fuß dorthin gesetzt hatte. Außerdem war er der Grund, warum ich meinen Publishing-Deal bekam. Mit meinem Debütalbum hat es sich jetzt einfach richtig angefühlt, den Song aufzunehmen, der mich schon so lange begleitet. Aber jetzt bin ich damit fertig – danke und auf Wiedersehen, California Blues.

Deine Texte sind sehr erdverbunden, du bist leidenschaftlicher Kletterer und sammelst Pilze. Also: Naturbursche, oder?

Amen: Definitiv, meine Großeltern hatten eine Ranch in Texas, auf der ich aufgewachsen bin. Schon als junger Mensch habe ich also viel Zeit in der Natur verbracht, bin mit einem Luftgewehr durch die Wälder gestreift, habe geangelt und so weiter. In der Highschool habe ich dann durch das Klettern meine persönliche Verbindung zur Natur gefunden. Denn Klettern ist nicht nur ein Sport, es hat für mich Natur und Kunst miteinander verbunden. Bis heute ist es ein großer Teil meines Lebens, und ich glaube, es passt zu der Seite von mir, die nie so richtig in die Schule, den organisierten Sport oder einen 9-to-5-Job gepasst hat. Die Natur ist unorganisiert, frei und persönlich.

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