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Film

Alte Liebe im Kino: Selten so enttäuscht

Andreas Dresens Buchverfilmung mag großartig gespielt sein – doch auch das kann nicht vor dem katastrophalen Schluss retten.

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(Foto: Kordes und Kordes Film / Pandora Film)

Zu seinem 2008er-Film „Wolke 9“ über ein altes Ehepaar hat Andreas Dresen gesagt: „Es hat mich angeödet, dass die Gesellschaft immer älter wird, es aber nicht die dazugehörigen Bilder gibt – Liebe und Sex hören ab einem bestimmten Alter scheinbar auf zu existieren.“ 18 Jahre spätere ist Dresen offenbar weiterhin sauer über die mangelnde Abbildungen eines Großteils der Gesellschaft im Kino. Dennoch ist auch „Alte Liebe“ nach dem Roman von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder genau wie „Wolke 9“ ein eher deprimierendes Werk über Nähe und Zärtlichkeit Ü-60/Ü-70. Dabei ist der Grundtenor teils erfrischend humorvoll und von geistreichen Dialogen geprägt. Doch ist die Geschichte der noch berufstätigen, agilen Bibliothekarin Lore (großartig: Dagmar Manzell) und des frisch pensionierten, mies gelaunten Bauamtsmannes und Hobbygärtners Harry (großartig: Joachim Król) von tiefen Verletzungen und noch offenen Wunden geprägt.

Er war schwer in eine andere verliebt, als Lore hochschwanger war mit der gemeinsamen Tochter, die ihr Leben nicht auf die Kette bekommt und demnächst einen reichen Mann heiratet, den Lore und Harry nicht einmal kennen. Lore wiederum hatte sich einst in einen sehr viel jüngeren Autor verliebt, beide haben dem anderen nicht verziehen und fragen sich: Habe ich 40 Jahre mit dem/der Falschen zusammengelebt? Meckereien und Zwists dominieren den isolationistisch erzählten Film, denn nie ist jemand anders als Harry und Lore zu sehen, außer einmal die Enkelin, auch das eine deprimierende Szene. Und als dann Nähe und Glück doch wieder möglich scheinen, auf den letzten Kilometern des gemeinsamen Lebens – da folgt Dresen dem katastrophalen Schluss der Vorlage und reißt alles ein, was er vorher aufgebaut hat. Selten saß man enttäuschter im Kino, mit dem natürlich deprimierenden Gefühl, betrogen worden zu sein. Ein wortwörtliches Alterswerk des Dresens, das eine Weltsicht vertritt, die sprachlos macht.

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