Antje Schomaker macht in „30€“ einen Cut mit der Vergangenheit
In der emotionalen Ballade verarbeitet die Singer/Songwriterin die komplizierte Beziehung zu ihrem eigenen Vater.
Ein Elternteil zu verlieren, ist immer schwierig. Aber was, wenn der eigene Vater noch am Leben ist, sich aber weigert, am Leben seiner Kinder teilzunehmen? Das ist die ebenso schwierige Ausgangslage, mit der sich Antje Schomaker in ihrer neuen Single „30€“ auseinandersetzt. Der Song ist der neueste Vorbote auf ihr drittes Album „Liebes Tagebuch“, das auf „Snacks“ aus dem Jahr 2023 folgt.
Der Titel des Songs bezieht sich auf den Preis für die Tickets zu Antje Schomakers Abiball. Die Verbindung besingt sie selbst: „Wo warst du bei meinem Umzug?/Bei meinem Abiball?/Hast gesagt, du kommst nur, wenn ich dir die Karte zahl/Dein Stolz und 30 fucking Euro/Waren wichtiger als Deine Tochter“, heißt es in der Strophe. Und im emotionalen Refrain: „Du bist für mich kein Vater/Du bist nur ein Mann/Der mich nie lieben wollte/Und es immer noch nicht kann.“
Wie man unschwer erkennt, ist „30€“ ein zutiefst ehrlicher und auch schmerzhafter Song. Antje Schomaker gibt zu: „Ich hab lange gezögert, diesen Song zu schreiben. Mein Vater war zwar körperlich da, aber nie wirklich präsent. Nach der Scheidung meiner Eltern brach der Kontakt nach und nach ab, bis ich ihn schließlich ganz beendet habe. Antworten werde ich wohl nie bekommen, aber die Fragen bleiben. Also habe ich sie aufgeschrieben. Der Song ist für mich und für alle, die auch auf ein ,Ich bin stolz auf dich‘ oder wenigstens eine Entschuldigung ihrer Väter gewartet haben.“
Das Album „Tagebuch“ wird seinem Namen gerecht: Darin kehrt Antje Schomaker ihr Innerstes nach außen und schreckt auch vor den traurigen Momenten nicht zurück. Als Inspiration für viele Lieder hat tatsächlich ihr eigenes Tagebuch aus ihrer Jugend gedient. Damit erreicht die Hamburger Künstlerin ein neues Level an Verletzlichkeit.