„Rubberz“ von Fenix Flexin: Ist der virale Song KI-generiert?
Die Diskussionen rund um die Frage, ob der Song „Rubberz“ KI-generiert sei, nehmen groteske Ausmaße an. Was steckt dahinter?

Der Sommerhit „Rubberz“ des US-amerikanischen Rappers Fenix Flexin hat in den Sozialen Medien eine Welle der Aufmerksamkeit ausgelöst – zugleich aber auch weitläufige Diskussionen über dessen Produktionsweise. Die Anschuldigungen waren eindeutig: der Song klingt, als wäre er KI-generiert. „Rubberz“ weicht mit seinem 80er-Jahre-Sound und dem britischen Akzent sowieso schon von Fenix’ typischen Stil ab. Vor allem bemerkten die Leute, dass die Stimme des Rappers eine ungewöhnliche Ähnlichkeit mit Morrissey aufwies. Der Rapper wies in einer Reaktion jedoch jegliche Anschuldigungen von sich: „No sirrrrrrr, recorded same as all music I do! Only difference is auto-tune reverb and me using my fake uk accent lol.“
Laut Informationen von Pitchfork blieb der Musikproduzent Medasin jedoch hartnäckig und konnte auf Instagram nachweisen, dass der Song schonmal mit dem Dateiname „Sonauto.mp3“ veröffentlicht wurde. Die KI-Plattform Treblo, mit der Fenix den Song mutmaßlich generiert haben soll, hieß noch wenige Tage vor der Veröffentlichung des Songs „Sonoauto“. Kann das ein Zufall sein? Wohl eher nicht. Zumal Medasin eigene Kreationen mit der Plattform herstellte, die erstaunliche Ähnlichkeiten zu Flexins Song haben. Der Rapper stritt die Zusammenarbeit mit KI weiter ab, jedoch wurden die Beweise, die er lieferte für unglaubwürdig erklärt. Fenix Flexin zog sich daraufhin weitgehend aus der Debatte zurück.
Anschließend veröffentlichte die Plattform Treblo selbst ein Tool mit dem Namen „Was this made with Treblo?“. Die Single schnitt schlecht ab. Der Treblo-Mitbegründer äußerte sich sehr erfreut. Letztendlich haben die Plattform und der Künstler selbst von den Diskussionen rund um KI extrem profitiert: Der Song ergatterte den Platz 58 de US Billboard Hot 100.
Diese Debatte zeigt auf, in was für einem Spannungsfeld sich die Musikbranche zurzeit befindet. Es ist durchaus legitim, wenn Künstler:innen mit KI experimentieren, aber diese konsequent abzustreiten, ist fragwürdig. Konsument:innen sollten ein Recht darauf haben, zu wissen, unter welcher Zusammenarbeit ein Song entstanden ist. Wie die EU diese Woche mitteilte, gilt ab jetzt eine Kennzeichnungspflicht gegenüber offiziellen Bilder, Videos und Texte, die von oder mit KI erstellt wurden. Nichteinhaltung soll mit hohen Geldstrafen sanktioniert werden.
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