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Musik

Teenage Fanclub will sich klein fühlen – auf gute Art

Trotz ihres Namens altern Teenage Fanclub besser als viele andere Rockbands. Der Trick: sich mit dem Unausweichlichen abfinden.

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(Donald Milne)

Mit jedem Jahr wird der Bandname ironischer: Seit mittlerweile 37 Jahren machen Norman Blake and Raymond McGinley gemeinsam Musik als Teenage Fanclub. Einst waren sie Kurt Cobains Lieblingsband, das neue Album „Do not dare to dream“ ist das 13. insgesamt. Wie geht man mit solchen Zahlen um? Zum Beispiel, indem man die Aufnahmesessions auf die schottische Insel Great Bernera verlegt. Hier gibt es nicht nur spektakuläre Natur, sondern auf der Nachbarinsel auch den Steinkreis von Callanish, der aus der Jungsteinzeit stammt und älter ist als Stonehenge. Da wirken 37 Jahre doch gleich viel weniger dramatisch. Oder in McGinleys Worten: „All die Sachen, bei denen du dich klein fühlst, aber auf gute Art.“

Sich klein fühlen: nicht gerade etwas, worauf die meisten Rockmusiker es anlegen. Doch genau das unterscheidet Teenage Fanclub von einer typischen Band – und es mag erklären, warum auch das 13. Album der schottischen Formation so unaufgeregt wie unvermeidlich klingt. Der Titel – dem Fast-Titeltrack „I do not dare to dream“ entnommen – mag sich zwar gegen Kalendersprüche wenden, doch Hoffnungslosigkeit ist für Teenage Fanclub kein Anlass zur Verzweiflung, eher zum Weitermachen. Und zur Besinnung auf das, was das Leben trotz Widerstände lebenswert macht. Zum Glück sind sie sich Blake und McGinley nach wie vor einig, was das ist: Liebe, Freundschaft, ein langer Spaziergang, ein tiefes Durchatmen.

Wie immer teilen Blake und McGinley den Gesang und die Credits unter sich auf: Beide haben jeweils fünf der insgesamt zehn Songs auf dem Album geschrieben. Der wohl hoffnungsvollste ist McGinleys „Tomorrow People“, in dem er vor quietschenden Synths beinahe eine Utopie entwirft. Ansonsten klingt „Do not dare to dream“ zwar nicht unbedingt neolithisch, aber doch ziemlich pastoral, dank Kirchenorgel („Somewhere to land“), Harmoniegesang („Over and over“) und Mellotron-Flöte („Take Time“). Zeit, das ist die universelle Botschaft von Teenage Fanclub, kann man sich schon mal nehmen – denn die nimmt sich ja auch, was sie will. „Da, wo wir das Album gemacht haben, haben die Leute schon vor Tausenden von Jahren gesungen“, sagt Blake. „Das Leben ist kurz, aber die Musik währt ewig.“

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