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„Damaged by their Silence“ von Malummí: Kraft wird aus Schmerz gemacht
Mit „Damaged by their Silence“ legt das Basler Trio Malummí ein sehr souveränes Indiefolk-Album vor – auch, weil es erbarmungslos ehrlich wird.
Es gehört schon fast zum guten Ton, dass ein Release von der Behauptung begleitet wird, dies sei nun endlich das persönlichste Werk der Karriere. Was oft als Plattitüde daherkommt, ist bei „Damaged by their Silence“ von Malummí aber tatsächlich bitterer Ernst. Das dritte Album des Basler Indiefolk-Trios lässt tief in die zeitweise völlig abgedunkelte Seele von Frontfrau, Songwriterin und Sängerin Larissa Rapold blicken. „Long time I was hiding in my room“, leitet Rapold das Album mit „Therapist“ ein. Alles also düster und einsam?
„Damaged by their Silence“ von Malummí: Indiefolk, der tanzt und weint
Nun ja, der Sound des Trios ist im Gegensatz zu Rapolds poetischer Innenschau mit einer analogen Wärme ausgestattet, die bei Songs wie „Key“ gar zum Tanzen einlädt. Mit dem hittigen „Silent Baby“ blickt Rapold zurück auf ihre Geburt: „The day I was born/Was a sunny wednesday/I didn’t scream or cry/They thought I’ve died“. Mit „they“ sind natürlich ihre Eltern gemeint, über die sie weiter singt: „A Fear around my parents/Shaping me“. Überhaupt ist dieses so zerbrechliche, von verzerrten Indiegitarren getragenen Album geprägt von dem therapeutischen Blick auf die Umstände, die einem zu dem Menschen machen, der man ist.
„I was damaged by their Silence“, singt Rapold den (Wut-)Tränen nahe in der Pianoballade „Loneliest Heart of all“. Die albumtitelgebende Zeile zerreißt einem das Herz, doch ist Malummí nicht für Mitleid angetreten. Im Gegenteil erwächst aus all dem Schmerz eine Kraft, die sich etwa bei dem rohem Indierocksong „Echo“ entlädt und Rapold schließlich festhält: „If I can do it you can do it too“. Und so ist „Damaged by their Silence“ auch ein Stück Empowerment. Eine Schulter zum Anlehnen. Und ja: womöglich das persönlichste Album in der Karriere von Malummí.