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Musik

Das geht style: Shabazz Palaces feiert Comeback mit Haltung

Das neue Album von Shabazz Palaces mag Form über Inhalt stellen – wen könnte das stören, wenn die Form so gut ist?

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(Foto: Patrick O'Brien Smith)

Als Mitglied des legendären Trios Digable Planets und auch dank der ersten Platten seines Projekts Shabazz Palaces hat Ishmael Butler den Legendenstatus sicher, insbesondere, was Fans von jazzigem, experimentellem HipHop betrifft. Trotzdem war es ein wenig irritierend, wie uninspiriert und seicht seine letzten Projekte klangen: Zwei nach 2020 erschienene Alben waren kaum mehr als EPs, weniger als 30 Minuten lang und voller Featuregäste, die zu keinem gemeinsamen Konzept fanden. Mit „It’s a Style Sport“ scheint Butler endlich wieder mehr zu wollen: zehn Songs, keine Gastrapper:innen, ein Fokus auf ihn selbst, seinen Sound, seine Message.

Okay, seien wir fair: Auch auf den letzten Platten war an Butlers Produktion nichts auszusetzen. Es fehlte nur an Songs, die dieser gerecht wurden. Für „It’s a Style Sport“ hat sich Butler acht Tage lang mit Mitgliedern seiner Liveband im Studio verkrochen, wo Ideen und Songs gemeinsam entwickelt wurden. Und wieder sind die geisterhaften, abstrakten, afrofuturistischen Klanglandschaften, die dabei entstanden sind, die große Stärke des Albums. Dazu braucht es manchmal gar keine Raps: das funkige Outro zu „Heliocentric Immortality Manifesto H.I.M.“ mit einem Sci-Fi-Breakdown in der Mitte, das perlende Klavier in „Deadstock Dude“ und Butlers Falsettgesang in „From one Future to another“ stehen für sich.

Inhaltlich wird Butler dieser Vision gerecht, solange er sich auf seine mittlerweile von Altersweisheit unterfütterte Coolness konzentriert. Und auf den klarsichtigen Blick aufs Game von einem, der den Versuchungen der Industrie widerstanden hat. Leider kippt das immer wieder in Selbstbeweihräucherung, die den Rapper weniger zeitlos als abgehalftert klingen lässt. Dass Butler auf die 60 zugeht, merkt man auch daran, dass das „ahh“ im Opener „Ahh World (I won the Alpha Bet)“ offenbar für „our“ steht, während Generation TikTok mit demselben Wort ja gerne mal ein „ass“ am Algorithmus vorbeimogelt. Oder vielleicht spielt Butler absichtlich mit genau dieser Doppeldeutigkeit – nicht umsonst heißt ein anderer Track „Tongue in Chic“. Auch der Sexjam „Jheri Curl Jump“ ist hoffentlich mit einem Augenzwinkern gemeint. Und wenn nicht? Egal – Shabazz Palaces machen endlich wieder Spaß.

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