Dave Clarke: The Desecration of Desire
Der Techno-Baron überzeugt mit Postpunk-Techno und Gästen wie Anika, Gazelle Twin und Mark Lanegan.
Jede Woche stellen wir hier eine spannende Neuerscheinung zur Debatte. Es diskutieren Carsten Schrader, Mitja Steffens und Verena Raygers von der kulturnews. Und als Gäste: Sänger Sascha und Gitarrist Velvet von der Hamburger Band Swutscher, die spätestens seit der Single „Drahtesel“ als Nachfolger von Element Of Crime gehandelt werden.
Swutscher: Der erste Song klingt, als hätte man ein Laserschwert aufgenommen, da habe ich sofort Szenen aus „Star Wars“ und „Blade Runner“ im Kopf. Weiß nicht genau, welchem Genre man das zuordnen könnte, ich würde es einfach mal als postapokalyptischen Elektrotrash bezeichnen.
Carsten: Trash würde ich da unbedingt streichen wollen. Hab’ nicht viele Helden im Techno, aber Dave Clarke ist ganz sicher einer. So wie er in den 90ern Breakbeat und HipHop eingearbeitet hat, erfindet er mit so großartigen Gastsängerinnen wie Anika und Gazelle Twin jetzt Postpunk-Techno – und selbst Mark Lanegan fügt sich da ein. Für mich die Schönheit der Chatrunde.
Mitja: Kann ich voll verstehen. Denn wenn man sich drauf einlässt, ist es eine sehr einnehmende Platte. Clarke schafft es, industriellen Techno-Sound organisch wirken zu lassen, indem er trotz krachender Beats auf Songwriting-Strukturen setzt. So muss Techno heutzutage klingen!
Verena: Keine Ahnung, wie Techno gestern oder heute klingen muss, aber der softe Industrial von „Techno-Baron“ Clarke, wie John Peel ihn nannte, überzeugt mich sowohl in seinen euphorischen als auch depressiven Momenten. Nicht zu vergessen, dass mich „I’m not afraid“ daran erinnert, mal wieder mit Anikas Bandprojekt Exploded View die Ohren zu heizen.
Musik


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