„Der falsche Erbe“ von Josephine Tey
„Der falsche Erbe“ von Josephine Tey bleibt spannend – auch, wenn man sich nicht für Pferde-Content interessiert.
In „Der falsche Erbe“ übertreibt es Josephine Tey leider mit dialogreichen Nebenszenen.
Simon ist sich sicher: Er wird mit seiner kurz bevorstehenden Volljährigkeit als ältester Spross der Familie Ashby das große Anwesen in Südengland mitsamt einem ganzen Stall voller erstklassiger Pferde erben. Seine Eltern sind schon vor Jahren bei einem Flugzeugunglück gestorben, sein nur wenige Minuten älterer Zwilligsbruder Patrick hat kurz darauf allem Anschein nach Suizid verübt. An einer Klippe findet man seine Kleidung und einen Abschiedsbrief. Eine angeschwemmte Leiche scheint Patricks Tod zu bestätigen, obwohl diese nicht zweifelsfrei zu identifizieren ist. Ausgerechnet wenige Tage vor Simons 21. Geburtstag steht der totgeglaubte Patrick vor der Tür …
Krimiautorin Josephine Tey (1896–1952) macht klar: Hier gibt sich jemand als Patrick aus, der von einem Betrüger angestiftet wird. Bei dem Täuschungsdrama vergallopiert sich Tey jedoch in allzu dialogreichen Nebenszenen und unterstellt, dass sich alle für Pferde-Content interessieren. So kommt der Stand-alone aus dem Jahre 1949 für längere Passagen plotmäßig nicht so richtig auf Trab. Doch ohne Ross und Reiter zu nennen, bleibt es spannend. Welcher Zwilling hat hier wohl aufs falsche Pferd gesetzt?
Mit „Der falsche Erbe“ hat es Josephine Tey auf unsere Liste der besten Krimis im Dezember 2025 geschafft.