„Das Land der süßen Ewigkeit“ von Harper Lee
Die Erzählungen von „Das Land der süßen Ewigkeit“ sind warmherzig, witzig, oft brillant – und trotzdem lässt sich das Gefühl nicht abschütteln, dass es hier vor allem darum geht, aus dem Namen Harper Lee möglichst viel Geld rauszuschlagen.

In den Erzählungen von „Das Land der süßen Ewigkeit“ befasst sich Harper Lee mit dem Rassismus, dem Fundamentalismus und Sexismus der Südstaaten.
Vor zehn Jahren ist Harper Lee verstorben, ihr erster und je nach Definition einziger Roman „Wer die Nachtigall stört“ ist sogar schon 66. Nun versammelt ein neuer Band acht Erzählungen, die nach ihrem Tod in Lees Wohnung in New York gefunden wurden. New York? Richtig, denn obwohl sie bis heute mit dem Schauplatz ihres Romans identifiziert wird, hat Lee ein Leben zwischen ihrer Heimat in Alabama und New York geführt. Das schlägt sich auch in diesen frühen Geschichten nieder, die teilweise wie Studien für „Wer die Nachtigall stört“ wirken und sich mit dem Rassismus, dem Fundamentalismus und Sexismus der Südstaaten befassen („Der Wassertank“, „Die Zickzackschere“), teilweise mit dem Großstadtleben einer jungen Frau („Das ist Showbusiness?“).
Alle Geschichten sind warmherzig, witzig, oft brillant. Trotzdem lässt sich das Gefühl nicht abschütteln, das sich schon 2015 zur Veröffentlichung von „Gehe hin, stelle einen Wächter“ – der ersten Fassung von „Nachtigall“, die damals als eigenständiger Roman verkauft wurde – eingestellt hat: dass es hier vor allem darum geht, aus dem Namen Harper Lee möglichst viel Geld rauszuschlagen. Dafür spricht auch, dass die Essays in der zweiten Hälfte allesamt zuvor erschienen und inhaltlich teilweise eher Kuriositäten sind.
Mit „Das Land der süßen Ewigkeit“ hat es Harper Lee auf unsere Liste der besten Bücher im Februar 2026 geschafft.
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