„Die Ältern“ im Kino: Jenseits der Komfortzone
Sönke Wortmann bringt mit „Die Ältern“ seine neue Komödie ins Kino. In der Hauptrolle des verlassenen Familienvaters: Sebastian Bezzel. Er muss sich plötzlich wieder auf dem Markt behaupten.
„Du riechst wie ein Vater!“ Schon am frühen Morgen muss Hannes (Sebastian Bezzel, Eberhofer-Krimis) Erniedrigungen dieser Art einstecken. Dabei liebt der Mitfünfziger doch nichts mehr als sein gemütliches Dasein und seine Kinder. Aber es soll noch viel schlimmer kommen. Sönke Wortmanns neue Komödie „Die Ältern“ läuft jetzt in den Kinos.
Als seine 20-jährige Tochter auszieht, nutzt Ehefrau Sara (Anna Schudt, „Hundertdreizehn“) die Gelegenheit zur Flucht und verschwindet gleich mit. Hannes’ so sicher geglaubtes Heile-Welt-Leben mit Haus und Familie ist also plötzlich futsch. Für den einst gefeierten Buchautoren, dessen Stern nach der Einstellung seiner legendären Bestsellerserie langsam verblasst, ist Veränderung ein Fremdwort. Alles soll möglichst immer so bleiben, wie es ist. Gegen seine Natur begibt sich der behäbige Boomer auf eine deprimierende Lesereise, quält sich zu sportlichen Aktivitäten und versucht verzweifelt seinen Sohn durchs Abi zu bringen. Erst die zufällige Begegnung mit Vanessa (Judith Bohle, „Safe“) bewegt etwas in Hannes. Gibt es etwa doch ein Leben jenseits der Komfortzone? Wenn Sönke Wortmann („Der Spitzname“) einen Roman von Jan Weiler („Das Pubertier“) verfilmt, weiß man, was man bekommt. „Die Ältern“ ist eine grundsolide Komödie, die nicht wirklich abhebt, aber die eigenen Ängste vom Älterwerden mal mehr und mal weniger gut wegkichern lässt. Hauptdarsteller Sebastian Bezzel („Rehragout-Rendezvous“) ist für die Rolle des ziellosen Wohlstands-Schlaffi perfekt besetzt.