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Die besten SciFi-Bücher für den Herbst/Winter

Die besten SciFi-Bücher

Draußen geht es kalt und düster zu – Zeit, in andere Welten abzutauchen. Wir haben dafür die besten SciFi-Bücher für diese Jahreszeit.

Der Winter steht direkt vor der Tür – Zeit, es sich also zu Hause noch kuscheliger zu machen und sich dabei mit spannender Lektüre zu versorgen. Wenn die Welt da draußen immer mehr für Kopfschütteln sorgt, haben wir dafür etwas Passendes parat: Hier kommen die vier besten SciFi-Bücher für den Herbst/Winter. Mit diesen lässt es sich immernoch am schönsten in andere Welten abtauchen.

Matt Ruff: 88 Namen

Matt Ruff hat schon seit vielen Jahren einen Ruf als Kultautor – und das vollkommen zu Recht! Ob nun sein erster Erfolg „Fool on the Hill“, der Roman Lovecraft Country, der gerade in einer HBO-Verfilmung auf Sky zu sehen ist, oder auch sein aktuelles Werk: Ruff wiederholt sich nie, ersinnt aberwitzige Settings für seine Romane und verbindet Witz mit unbändiger Fantasie, Spannung, aber auch gesellschaftlich relevanten Themen. „88 Namen“ spielt fast ausschließlich in der virtuellen Welt, der Held der Geschichte heißt John Chu und ist „Sherpa“ in Online-Rollenspielen: Er führt zahlungskräftige Kunden mit sicherer Hand durch die große Welt der Games. Doch bei seinem neuen Kunden „Mr. Jones“ stimmt etwas nich. Handelt es sich hier etwa um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un?

FischerTor, 2020, 336 S., 16,99 Euro

Aus d. Engl. v. Alexandra Jordan

Christopher Paolini: Infinitum

Nachdem Christopher Paolini vor knapp 20 Jahren als Teenager das Fantasy-Epos „Eragon“ veröffentlicht hat, galt er schnell als literarisches Wunderkind. Weitere Eragon-Bände folgten auf das Debüt, doch dann … kam erst einmal nichts. Inzwischen ist Paolini Mitte 30 – und endlich gibt es ein neues Werk von ihm. Untätig war er die letzten Jahre also nicht, schließlich ist „Infinitum“ über 900 Seiten stark. Für die zahlreichen Eragon-Fans dürfte das Buch jedoch eine Überraschung sein: Paolini geht nicht den einfachen Weg eines Fantasy-Aufgusses der alten Bücher, sondern erschafft eine galaxienumspanndende Space Opera. Weit in der Zukunft haben die Menschen den Weltraum besiedelt. Die Xenobiologin Kira ist Teil eines Forschungsteams, das einen Planeten für das Terraforming vorbereiten soll. Dabei stößt sie auf Überreste einer unbekannten Alien-Zivilisation und wird mit einer Art außerirdischem Parasiten infiziert. Von da an überschlagen sich die die Ereignisse, fremde Aliens ziehen gegen die Menschheit in den Krieg und machen gnadenlos Jagd auf Kira. Paolini erzählt die Geschichte komplett aus Kiras Perspektive, wodurch der Leser gemeinsam mit Kira diese fremde, neue Welt der Aliens kennenlernt. Wie schon bei der Eragon-Reihe kann sich Paolini auf seine bildgewaltige Sprache verlassen. Für mit Science Fiction nicht so vertraute Leser mag der Roman etwas zu technikverliebt sein, doch Paolini hält locker das Spannungsniveau bis zum Ende aufrecht und schafft ein echtes Highlight im Science Fiction-Jahr 2020.

Knaur, 2020, 960 S., 24 Euro

Aus d. Engl. v. Katharina Naumann, Barbara Häusler, Anke u. Dr. Eberhard Kreutzer

Sam Feuerbach: Die Hexe und der Söldner – Die Gaukler-Chroniken 3

Konsequent hat sich Sam Feuerbach in die erste Garde der deutschen Fantasy-Autoren geschrieben: Die Krosann-Saga und die Geschichte des Totengräbersohns Farin waren überaus erfolgreich und wurden vielfach prämiert. Jetzt bringt er die Gaukler-Chroniken mit Band 3 zu einem befriedigendem Ende: Der Söldner Brocken findet endlich seinen Frieden, der Gaukler Raffael dagegen seine Bestimmung. Das Erfolgsrezept von Feuerbach: Ein meist jugendlicher Protagonist, der sich in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt behaupten muss, trifft auf einen charakterlich konträren Haudegen wie etwa einen Söldner, eine Attentäterin oder einen Ritter. Gemeinsam müssen sie Abenteuer bestehen und wachsen aneinander. Die überaus spannenden und originellen Geschichten bestechen aber vor allem durch ihren mal vorder-, mal hintergründigen Wortwitz. Dabei stellt Sam Feuerbach seine Helden aber nie bloß, sondern bringt ihnen viel Empathie und Nachsicht entgegen. Und wer mal eine Lesepause einlegen will: Die Romane von Sam Feuerbach gibt es auch als hervorragende Hörbücher bei audible, eingelesen von Robert Frank.

bene Bücher, 2020, 420 S., 13,90 Euro

Die besten SciFi-BücherRichard Morgan: Das Zeitalter der Helden 3 – Dunkelheit

Wer zupackende Science Fiction sucht, kommt um Richard Morgan nicht herum. Sein Roman „Altered Carbon“ (bereits zwei Staffeln als Netflix-Verfilmung) gilt als Klassiker des Genres. Weniger bekannt ist Morgans Ausflug in die Welt der Fantasy. Glücklicherweise wurde „Das Zeitalter der Helden“ neu aufgelegt und erreicht nun hoffentlich eine größere Leserschaft. Im Abschlussband der Saga muss sich Schwertkämpfer Ringli dem sinistren Zauberer stellen, der von höheren Mächten ausgebildet wurde, um die Menschheit zu unterwerfen. Zimperlich geht es hier natürlich nicht zu – und doch gibt es eine weitere Ebene zu entdecken: Ringli und seine Gefährten sind – wie auch ihr Gegenspieler – lediglich Spielfiguren, die von den Göttern skrupellos ausgenutzt werden. Die Rolle als Held ist Ringli vorbestimmt, ein Schicksal, aus dem kein Weg herausführt. So finden sich hier zahlreiche Referenzen an die Geschichte des Ewigen Helden von Fantasy-Großmeister Michael Moorcock. Ein fordernde Lektüre, aber für echte Fantasy-Nerds unverzichtbar!

Heyne, 2020, 880 S., 15,99 Euro

Aus d. Engl. v. Michael Pfingst

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