MUSIK

Die Kerzen: True Love

ec.Platte.DieKerzen.0719

Die besten Popsongs dieses Sommers kommen von einer Band namens Die Kerzen, die aus der Kleinstadt Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern stammt. Fragt man deren Sänger Fizzy Blizz, wie ihnen das gelungen ist, gibt er eine Antwort, über die er selbst lachen muss: „Wir buddeln gern, und viele unserer Inspirationen kommen von ganz weiten unten.“ Tatsächlich erklärt die nerdige Musikleidenschaft, warum vier Mittzwanziger eben nicht die offensichtlichen 80er-Referenzen wählen, sondern bei der New-Romantic-Welle und Bands wie Prefab Sprout landen, um sie ins Jetzt zu überführen. Dazu schreiben sie Texte, die lustig, aber nicht lächerlich sind, und trotz des Humors noch Raum für ganz große Emotionen lassen. „Ich hol’ dich hier raus, Baby, wir sind unzerteilbar“, verspricht Fizzy Blizz im Titelsong ihres Debütalbums „True Love“ – und wer wünscht sich da nicht, dass er mit zwei Schachteln Pall Mall an der Haustür klingelt, um gemeinsam Cola-Whisky aus dem Tetra Pak zu trinken und von einem besseren Leben zu träumen? Wer in einem trostlosen Kaff aufwächst, in dem es keine Clubs und nicht mal eine Bar gibt, die vom Musikmachen ablenken, kann seinen Songs ganz viel Sehnsucht beimengen. Allerdings muss man sich auch keine Sorgen machen, weil sich inzwischen nur noch der Proberaum von Die Kerzen in Ludwigslust befindet und alle vier Bandmitglieder seit einem halben Jahr in Berlin leben. „Was hat diese Stadt aus dir gemacht?“, fragt Fizzy Blizz ganz am Ende des Debüts in der herzergreifenden Ballade „Solarium“ – und dieser Song ist erst nach dem Umzug entstanden.

 

 

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