Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel
In dem Thriller Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel nimmt es eine Expertin für Mikroexpressionen mit einer Verdächtigen auf, die die Kunst der Täuschung perfekt beherrscht.

„Die Lüge in ihrem Gesicht“ ist unser Krimitipp der Woche.
Es soll Menschen geben, die behaupten, ohne das Vermögen, zu lügen, gebe es die Menschheit nicht. Marlene Nielsen ist da anderer Meinung. Sie hasst Lügen. Selbst wenn sie nur für Sekunden in den Gesichtern abzulesen sind, ist sie ihnen gnadenlos auf der Spur. Die Mikroexpressionen legen die innersten Gefühle eines Menschen bloß. Somit auch die Lügen. Gleich zu Anfang führt uns Anne Keßel in ihrem Roman „Die Lügen in ihrem Gesicht“ vor, wie wenig man sich hinter ihnen verstecken kann. Ein zu spät kommender Student wird vor seiner Freundin herabgewürdigt, weil er den Grund für seine Verspätung nicht verraten will. Offenbar hat er sie betrogen und den Bus verpasst. Was zu einer Beschwerde seitens der Studentin führt, die sich vor dem Auditorium bloßgestellt sieht. Zugleich zeigt sich Marlene Nielsen als wahrheitsliebende Missionarin, die kein Interesse für die Gründe einer Lüge hat.
Das unerbittliche Beharren auf der Wahrheit ist ein Selbstzweck. Sie beendet die Vorlesung abrupt, als ein befreundeter Ermittler sie um Hilfe bittet, weil er eine Verdächtige verhört, die schweigt und ihre Identität nicht preisgibt. Hat die Frau einen Mann getötet, weil der sie bedrängt hat, und somit aus Notwehr gehandelt? Nielsen glaubt, in ihrem Gesicht ablesen zu können, dass sie eine Mörderin ist. Fasziniert von dem Fall, beginnt sie, privat zu ermitteln, und dringt zu einem Mord in Dänemark vor, der Jahre zurückliegt. Auch hier werden ihr viele Lügen begegnen, für deren Aufklärung sie sogar ihren Lehrstuhl riskiert. Weit spannender ist jedoch die Frage, ob sie ihr Bekenntnis zur reinen Wahrheit bis ans Ende durchhält oder ob sie doch einer Lügnerin erst zuhören will.
Wer sich für „Die Lüge in ihrem Gesicht“ von Anne Keßel interessiert, sollte sich auch unsere Rezension zu „Danke für den schönen Abend“ von Gitta van Spree ansehen
Literatur


Die besten Bücher 2026: Empfehlungen für den November
Ab auf die Lesecouch: Die besten Bücher im November 2026 mit Mareike Fallwickl, Valeria Gordeev und John Green

Haltet euch fest
