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„Die Theorie von allem“: Kann Spuren von Marvel enthalten

Die Theorie von Allem läuft bei Arte.
Johannes Leinert (Jan Bülow) auf der Terrasse des Hotel Esplanade. 1962 reist er mit seinem Doktorvater Dr. Strathen zu einem Quantenphysik-Kongress in die Schweizer Alpen, doch der Redner, von dem eine Theorie von Allem erwartet wird, verspätet sich. (© Ma.ja.de. Fiction/The Barricades/Panama Film/Catpics/Roland Stuprich Foto: ZDF)

Ein deutscher Film, der sich das Marvel-Thema Multiversum vornimmt? Kann doch nur scheitern! Nee, kann auch ganz toll sein.

Das Konzept des Multiversums beherrscht seit einiger Zeit die Popkultur. Jetzt hat sich der Deutsche Timm Kröger den Topos vorgenommen und einen Film gedreht, der weder mit den Crossover-Events von Marvel oder DC noch mit „Everything everywhere all at once“ viel zu tun hat, sondern sich mit diebischer Freude bei der Vergangenheit bedient: Nach einem Auftakt in Farbe ist der Rest des Films in schwarz-weißem Breitbildformat gedreht, ein langer Vorspann sowie die nostalgische Musik von Diego Ramos Rodríguez machen die Bezüge an klassisches Kino explizit. Das funktioniert am besten auf der großen Leinwand, doch auch im Heimkino macht „Die Theorie von allem“ noch einiges her.

Auch die Handlung spielt irgendwo zwischen Hitchcock, Manns „Der Zauberberg“ und „Letztes Jahr in Marienbad“: 1961, auf einem Physikerkongress in den Schweizer Alpen, verliebt sich ein junger Doktorand (Jan Bülow) in eine mysteriöse Frau (Olivia Ross), die ihn zu kennen scheint. Bald tauchen bedrohliche Schattenmänner auf, Tote werden lebend gesichtet, und in einem Stollen unter dem Berg haben Kinder ein Portal zu einer anderen Welt gefunden. Kröger setzt auf Atmosphäre statt auf Plot, und sein Film funktioniert in den Momenten der surrealen Ambiguität besser als als Film noir oder Romanze. Ein so schönes Rätsel darf gern ungelöst bleiben.

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