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„DIKKA spaltet nicht, DIKKA verbindet“: Das rappende Nashorn im Interview

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DIKKA (Foto: Universal Music)

Den Battle-Charakter trägt Simon Müller-Lerch alias DIKKA noch in sich – auch wenn er das als das rappende Nashorn niemals zugeben würde.

Simon, du selbst bist als Sera Finale lange Zeit ein Teil der frühen deutschen HipHop-Welt gewesen. Vor einigen Jahren war dann da plötzlich dieses rappende Nashorn DIKKA. Woher kam der Impuls, noch mal zum Mikrofon zu greifen, diesmal aber für die Kleinen?

Simon Müller-Lerch: Da man ja nie eine gute Geschichte mit der Wahrheit verderben sollte, werde ich jetzt mal als DIKKA antworten. (lacht) Eine kleine Nashornfreundin hat mich mal gefragt, ob wir nicht coole Kinderlieder hören können. Und schon nach kurzer Recherche war mir klar, dass da wirklich etwas fehlt. Was wiederum wirklich bezeichnend für die hiesige Kultur und das Zusammenleben mit Kindern ist. Man beachtet sie leider kaum. Kinder sollen sich anpassen, ordentlich und nicht laut sein, nicht viel hinterfragen, da kommen dann immer so Antworten wie: Das verstehst du eh noch nicht. Der Versuch, Kindermusik auf Augenhöhe zu machen, hat dann genau ins Schwarze getroffen.

All die Menschen, die um die Jahrtausendwende mit Rap groß geworden sind, haben heute selbst Kinder. Sind deine Songs vielleicht auch ein bisschen für die Mamas und Papas da draußen?

DIKKA: Natürlich nicht nur ein bisschen. Bei meinen Konzerten glänzen die Augen der Kinder genauso wie die der Eltern. Die sind dann froh, ihren Kindern den Sound ihrer Jugend näherbringen zu können. Ich versuche, in meinen Songs immer auch einen doppelten Boden einzuziehen, Rap-Referenzen zu bringen, die den Eltern auch Spaß machen. Manchmal singen die sogar lauter mit als ihre Kinder.

Deine Songs haben bei Streaming-Anbietern mitunter 10 bis 30 Millionen Klicks. Im Rap geht es ja auch immer ein bisschen ums Battle. Ist das für dich eine Genugtuung, dass du mitunter erfolgreicher bist als viele deiner Rap-Kolleg:innen für die Großen?

DIKKA: Es ist unfassbar toll zu sehen, wie bei einem kleinen rappenden Nashorn die Post abgeht. Den Battle-Charakter trage ich durch meine HipHop-Sozialisation zwar noch in mir, sich aber ständig bewerten und messen zu müssen, findet DIKKA nicht so cool. DIKKA würde immer alle zu seiner Party einladen. DIKKA spaltet nicht, DIKKA verbindet.

Auf deinen Alben versammelt sich die Prominenz des deutschen Pop und Rap: Sido, Joy Denalane, Cro, Kool Savas, Wincent Weiss. Hast du noch ein Wunsch-Feature?

DIKKA: Ach, ich hätte gerne noch so viele. Etwa Sarah Connor, Herbert Grönemeyer, Peter Fox und Nina Chuba.

Jetzt geht es ab Mai für dich auf große „Boah ist das krass Tour 2“. Du spielst weit über 30 Shows und teilweise in riesigen Hallen. Da ist eine große Nachfrage nach Kindermusik, die über Backe-Backe-Kuchen hinausgeht.

DIKKA: Das empfinde ich viel eher als Genugtuung als die Millionen Klicks. Zu sehen, dass ich richtig damit lag: dass Kinder mehr wollen, dass man ihnen mehr zumuten kann, dass Kinder Selbstbewusstsein aus meiner Musik schöpfen. Das macht mich unheimlich stolz. Oft schreiben mir Eltern, dass ich gar keine Vorstellung davon hätte, wie sehr DIKKA Teil ihres alltäglichen Lebens ist.

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