El Dorado Drive von MEGAN ABBOTT
Indem Megan Abbott in El Dorado Drive von drei Schwestern in einem Vorort von Detroit erzählt, blickt sie hinter den amerikanischen Traum, wo sich Verzweiflung und Gier im schnellen Takt abwechseln.

„El Dorado Drive“ von Megan Abbott ist unser Krimitipp der Woche
Grosse Pointe. Nicht gerade der soziale Brennpunkt Detroits. Als Kind vermag man hier, behütet aufzuwachsen und nicht unter wirtschaftlichen Zwängen zu leiden. Debra, Pam und Harper, drei Schwestern, die plötzlich feststellen müssen, dass ihr Leben aus einer Fassade besteht und ohne Geld an Bedeutung verliert. In „El Dorado Drive“ spiegelt Megan Abbott das Partyleben an der Leere der Geschwister am nächsten Morgen. Wo bitte ist die Zukunft, die der Wohlstand versprochen hat?
Jede von ihnen geht mit der Verunsicherung anders um. Ihre Vergangenheit wächst zu einer Belastung heran. Kein Wunder, dass die Versprechungen eines Schneeballsystems ihnen verlockend erscheinen. Schnell zu Geld kommen, so wurde es ihnen immer vorgegaukelt. Die Teilnehmer an „The Wheel“ verdienen an jedem neuen Mitglied, das geworben wird und eine Startgebühr entrichtet, einen Anteil. So wird der Betrug in Schwung gehalten. Das kann nicht gutgehen. Megan Abbott versteht sich darauf, hinter den amerikanischen Traum zu blicken, wo sich Verzweiflung und Gier im schnellen Takt abwechseln, und seziert das Verhältnis der Geschwister angesichts ihrer Selbsttäuschung.
Wer sich für „El Dorado Drive“ interessiert, sollte auch unsere Besprechung zu „Die Patin von Maine“ von Ron Currie lesen
Literatur


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