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Elbphilharmonie: Eröffnungskonzert für ein Musikfest, das es nicht gibt

Das Eröffnungskonzert zieht aus dem Großen Saal der Elbphilharmonie ins Internet.
Foto: Michael Zapf

Ein feierlicher Konzertabend in der Elbphilharmonie war geplant: Am heutigen Freitag sollte das 5. Internationale Musikfest Hamburg beginnen. Alle Karten für den Großen Saal waren ausverkauft. Doch wegen der Coronakrise muss der Konzertsaal geschlossen bleiben. Stattdessen wandert die Veranstaltung ins Internet – als „Eröffnungskonzert für ein Festival, das es nicht gibt“. So steht es in einer Pressemitteilung der Elbphilharmonie.

Auch wenn die folgenden Festivaltage in diesem Jahr wegfallen, kann die virtuelle Eröffnung sich doch sehen – oder vielmehr hören – lassen. Iveta Apkalna, die Titularorganistin der Elbphilharmonie, rahmt das Konzert musikalisch ein. Auf der Orgel spielt sie zu Beginn und am Ende Stücke von Sofia Asgatowna Gubaidulina. Die russische Komponistin sollte der Fokus des Festivals sein und prägt auch das Eröffnungskonzert. Außerdem spielt die Geigerin Lisa Batiashvili eine Bearbeitung des Englischhorn-Solos aus Antonin Dvořáks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Weil sie dabei auch von anderen Streichern begleitet wird, kann das Vorspiel nicht live stattfinden: Die verschiedenen Parts wurden zuvor aufgenommen und zusammengeschnitten. Und natürlich erklingt auch das NRD Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Alan Gilbert: mit einer Aufführung von Leonard Bernsteins erster Sinfonie, die am 6. September in der Elbphilharmonie stattfand. Gilbert ist derzeit in Stockholm, führt aber trotzdem ein Gespräch mit dem Elbphilharmonie-Intendanten Christoph Lieben-Seutter – natürlich ebenfalls virtuell.

Musikbegeisterte können das digitale Konzert auf den Webseiten der Elbphilharmonie und des NDR streamen. Auch im Anschluss bleibt das Video im Netz verfügbar.

„Genesis“: Computerspiel für die Community

Darüber hinaus bleibt ein weiterer Programmpunkt des Musikfestivals erhalten. Das Computerspiel „Genesis“ war von vornherein als Onlineerlebnis konzipiert. Es handelt sich dabei um ein Projekt des Komponisten Alexander Schubert: Von überall auf der Welt können Spieler*innen vier menschliche Avatare kontrollieren und ihnen eine Woche lang vorschreiben, was sie zu tun haben – essen, schlafen, spielen oder sogar Musik machen. Nach einer Stunde ist die nächste Person an der Reihe. So bauen die Entscheidungen der Spieler*innen aufeinander auf.

„Genesis“ ist vom 27. April bis zum 3. Mai online. Während alle kostenlosen Tickets bereits vergeben sind, bekommen glückliche User*innen möglicherweise noch eine Chance zum Mitspielen, wenn andere ihre Reservierungen nicht wahrnehmen. Und wer einfach nur zuschauen will, kann das jederzeit tun. mj

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