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Fabian Hischmann: Alle wollen was erleben

Auf engstem Raum beweist Fabian Hischmann sein Talent für assoziationsreiches, hochaktuelles Erzählen und tiefenscharfe Psychogramme.

Cover Hischmann

Wie gut, dass er wieder da ist, und wie schade, dass es jetzt vorbei ist: Nach seinem Debüt „Am Ende schmeißen wir mit Gold“ und dem Episodenroman „Das Umgehen der Orte“ schließt Fabian Hischmann seine Trilogie ab. In „Kreise“, der letzten und längsten Erzählung seines neuen Bandes „Alle wollen was erleben“ treffen wir wieder auf Max Flieger, der sich nach Psychiatrie, Wohngruppe und dem Wiedereinstieg als Lehrer der Herausforderung stellt und erneut nach Kreta fliegt, wo einst seine Eltern durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen sind. Hier besucht er Timon und Valentin, die inzwischen ein Paar sind und in der alten Taverne von Timons Eltern ein Sterbehospiz eröffnen wollen. Flankiert wird „Kreise“ von zwölf weiteren Texten, die allesamt an die Schnittstellen von Biografien gehen, in denen neue Lebensentwürfe gefordert sind. In „Fingerübung“ testet etwa Bastian, wie viel Ausbruch sein sehr durchstrukturierter Beziehungsalltag verträgt, während David in „Höhlenmenschen“ damit klarkommen muss, dass sein Partner ohne jede Vorwarnung abhaut und spurlos verschwindet. Auf engstem Raum beweist Hischmann sein Talent für assoziationsreiches, hochaktuelles Erzählen und tiefenscharfe Psychogramme. So mischt sich in die Traurigkeit über das Ende der Trilogie auch die Vorfreude auf neue Projekte des 36-jährigen Autors. cs

Fabian Hischmann Alle wollen was erleben

Berlin Verlag, 2019, 176 S., 18 Euro

 

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