„Fantasia“ von Slift: Dystopische Klänge aus Toulouse
Slift ist ein Psych-Post-Metal-Trio aus Frankreich und kämpft musikalisch gegen das Böse in der Welt. Das ist nicht immer einfach, aber ziemlich einzigartig.
Es kommt sicher eher selten vor, dass ich eine französische Band bespreche, aber in unserem Nachbarland ist in punkto Rock derzeit einfach viel mehr los, und dieses Psych-Post-Metal-Trio aus Toulouse reitet voran. Ihr viertes Album heißt „Fantasia“, und nach dem grandiosen Vorgänger „Ilion“ scheint es fast unmöglich, diesen Anspruch zu halten. Der neunminütige Opener und Titeltrack ist sicher kein einfacher, zeigt aber die Stärken der Band und zieht dich so langsam in ihren ganz eigenen Klangkosmos.
Slift spalteten die härtere Zunft schon immer, denn das Zusammenspiel von Synthesizerflächen und Drums liegt sicher nicht jedem. Gleiches gilt für den schreienden Gesang von Jean Fossat, der mich öfter an Jello Biafra (Dead Kennedys) erinnert. Er spielt auch besagte Synthesizer sowie Gitarre und wird dabei von seinem Bruder am Bass und einem Schulfreund an den Drums unterstützt – und genau diese eingespielte Einheit ist ihre absolute Stärke. Fantasia ist hier übrigens eine Stadt, in der wenig Gutes passiert, wie schon die Songtitel „Corrupted Sky“ oder „The Sky of Execution“ erahnen lassen. Slift sind natürlich die Guten, die dagegen kämpfen. Dabei zählen das treibende „The Village“ sowie das Endzeitgefühl von „A Storm of Wings“ zu den Höhepunkten eines sehr homogenen und für ihre Verhältnisse direkten Albums.