Bücher

Der Film im Kopf

Gabriele Keiser, Autorin des Krimis „Ahrweinkönigin“
Foto: Sandra Jungen

Gabriele Keiser, Ihre Kommissarin Franca Mazzari ermittelt jetzt im zehnten Jahr und Ihrem siebten Kriminalroman. Wie hat sich Franca in der Zeit verändert?

Gabriele Keiser: Franca Mazzari hat am Ende des ersten Falles ihren 50. Geburtstag gefeiert – sie ist also als ältere Ermittlerin eingestiegen und steht inzwischen kurz vor der Pensionierung. Ihr ungestümes italienisches Temperament kommt nur noch sporadisch zum Vorschein. Ihre Haut ist mit der Zeit dünner geworden. Sie kommt nicht mehr ganz so gut zurecht mit dem, womit sie immer wieder konfrontiert wird.

Wenn man Ihre Tatortbeschreibungen liest, möchte man manchmal lieber die Augen zumachen …

Kaiser: Ist das so? Dabei beschreibe ich doch eher die Gefühlsregungen derer, die die Toten auffinden. Aber vielleicht ist ja gerade das das Gruselige: Der Film im Kopf, der dabei in Gang gesetzt wird, kann manchmal schlimmer sein als jede noch so blutige Beschreibung einer dahingemetzelten Leiche.

Wovor haben Sie selbst größeren Respekt: vor dem Leben oder vor dem Geheimnis des Todes?

Kaiser: Das Geheimnis des Todes fasziniert mich – sonst würde ich ihm nicht auf so vielfältige Weise nachspüren. Aber davor gibt es das Leben, die Leidenschaft, das Lachen … All das hat ja auch seinen berechtigten Platz in meinen Büchern.

Weitere Krimitipps gibt es mit unserer Liste der besten Krimis im November 2020.