Grimes gibt Hackerangriff zu: Drohen juristische Konsequenzen?
Die kanadische Künstlerin ist in Interviews oft sehr offen. Jetzt hat sie gestanden, 2012 einen Blog gehackt und erpresst zu haben.

- In einem Interview hat die kanadische Musikerin Grimes einen Hacking-Angriff auf die Webseite „Hipster Runoff“ im Jahr 2012 zugegeben.
- Hat sie damit ein Verbrechen gestanden?
Grimes ist neben ihrer Musik auch für ihre manchmal exzentrischen Entscheidungen bekannt – etwa den Namen ihres gemeinsamen Kindes mit Elon Musk oder ein Kunstwerk, bei dem sie ein Stück ihrer Seele verkauft hat. Fans wissen auch, dass die Musikerin in Interviews gern einmal offener spricht als viele Kolleg:innen. Jetzt aber könnte sie sich tatsächlich ein Problem mit dem Gesetz eingehandelt haben.
Denn in einem Interview mit „Vanity Fair“ hat Grimes zugegeben, im Jahr 2012 die Webseite „Hipster Runoff“ gehackt und erpresst zu haben. Diese hatte ein intimes Foto geteilt, das die Sängerin beim Küssen einer Freundin zeigt. Da sie Sorge hatte, das Bild könnte ihrer Karriere schaden, habe sie einen Freund, der in der Videospielindustrie gearbeitet habe, um Hilfe gebeten. Dieser soll den Blog mit einer sogenannten DDoS-Attacke angegriffen und lahmgelegt haben. Daraufhin habe Grimes den Eigentümer der Seite erpresst: Nur, wenn er das Bild von der Seite nehme, könne er sie wieder benutzen. Und genau das habe er getan.
DDoS-Attacke: Was ist das?
„DDoS“ steht für „Distributed Denial of Service“. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärt, worum es sich dabei handelt. „Bei DoS-Attacken wird ein Server gezielt mit so vielen Anfragen bombardiert, dass das System die Aufgaben nicht mehr bewältigen kann und im schlimmsten Fall zusammenbricht“, heißt es auf der Webseite.
Im Falle einer DDoS-Attacke sind die Anfragen „distributed“, also verteilt. „Ein Hacker verteilt seine Angriffsprogramme auf mehreren hundert bis tausend ungeschützten Rechnern“, schreibt das BSI. „Diese Rechner werden zum Angriffswerkzeug, denn auf Kommando des Hackers bombardieren sie ein bestimmtes Ziel, zum Beispiel einen Web-Server, mit gefälschten Anfragen. Der ist dann außer Gefecht gesetzt.“
Bekommt Grimes jetzt Probleme?
Die Webseite Pitchfork hat versucht nachzuzeichnen, inwiefern Grimes’ Eingeständnis noch heute Konsequenzen haben könnte. Im Jahr 2012 hat die Musikerin in Montreal gewohnt. Sowohl in Kanada als auch den USA waren und sind DDoS-Attacken illegal. Genau genommen könnten Grimes und/oder ihr Freund damals gegen Absatz 430 (1.1) des kanadischen Strafgesetzbuches verstoßen haben, der „Sachbeschädigung in Bezug auf Computerdaten“ behandelt. Die Höchststrafe für diesen Tatbestand sind 10 Jahre im Gefängnis.
Zugleich hat Grimes für ihre Tat auch Lob bekommen. Während viele in den Sozialen Medien amüsiert oder erstaunt reagiert haben, hat etwa ihre Kollegin Beth Consentino von der Band Best Coast sich bei Grimes bedankt. „Den Hass von Hipster Runoff abzukriegen hat meiner psychischen Gesundheit sehr geschadet“, schreibt sie dazu.
To be on the receiving end of hipster runoff hate was severely damaging to my mental health. I know y’all thought it was funny but tbh it sucked VERY MUCH.
— Best Coast (@BestCoast) March 24, 2022
Musik

- Interview

Im zweiten Anlauf: New Constellations im Interview

Who loves the Sun von CHAT PILE
Hörenswert

The Gem von JULIA JACKLIN
Julia Jacklin arbeitet für ihr neues Album „The Gem“ erstmals mit dem legendären Indie-Label 4AD zusammen. Mehr als ganz nett klingt das aber nur selten.

Stadt aus Gold: TRETTMANNs neue Single erscheint am Freitag
Trettmann bringt mit „Stadt aus Gold" 2027 ein neues Album heraus. Schon jetzt erscheint die erste, deutlich düsterere Single.

Aufstehen, bitte! : Bayonne und die zaghaften Anfänge der Akzeptanz
Roger Sellers alias Bayonne hat eine schwere Zeit hinter sich. Jetzt läuft es hörbar besser – und das könnte an der Katze liegen, mit der er sich regelmäßig trifft.
