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„,H‘ – 100 seconds to midnight“: Das Thalia Theater eröffnet die neue Spielzeit

H Schriftzug

Das Thalia Theater eröffnet die Saison mit einer Uraufführung von Robert Wilson, Stephen Hawking, Etal Adnan, Philp Glass und Lucinda Childs

Der 2018 verstorbene Wissenschaftler Stephen Hawking war mit seinem Geist unermüdlich im All unterwegs, hat Galaxien, schwarze Löcher und den „Big Bang“ erforscht und Fragen über Fragen gestellt: unser aller Fragen. Wie hat all es angefangen?  Gibt es anderes intelligentes Leben im Universum? Was befindet sich in einem Schwarzen Loch? Sind Zeitreisen möglich? Zugleich hat er die Menschheit vor ihren zivilisatorischen „Todsünden“ gewarnt und ist angesichts der großen Zukunftsfragen dennoch Gestaltungsoptimist geblieben – eine Ikone des Menschseins, ein Popstar auch.

Hawkings Fragen und Suchen ist der Ausgangspunkt von Robert Wilsons neuer Inszenierung „H“ am Hamburger Thalia Theater. Der amerikanische Weltkünstler kehrt nach 20 Jahren und vielen erfolgreichen Thalia-Inszenierungen (u.a. „The Black Rider“ mit der Musik von Tom Waits) zurück und knüpft dabei an seine Avantgarde-Ursprünge in der New Yorker Minimal Art an. Mit dem Komponisten Philip Glass und der Choreographin Lucinda Childs hat er zwei Partner der frühen Jahre mit ins Boot geholt. Mit der libanesischen Autorin und Malerin Etel Adnan hat er eine große Poetin gefunden, die ihr Staunen über das All immer neu zum Ausdruck gebracht hat und von der menschlichen Raumfahrt fasziniert war.

In drei Teilen zu je drei Bildern ertastet der Theatermagier Robert Wilson unser Verhältnis zu Raum und Zeit – kein bio pic zu Stephen Hawking, sondern ein von ihm und der Literatur Etel Adnans inspiriertes assoziatives Poem. Eines, das uns auch mahnt. Die „Doomsday Clock“ weist seit 1947 darauf hin, wie weit wir von dem sprichwörtlichen „fünf vor zwölf“ entfernt sind. Derzeit steht sie auf „100 Sekunden bis Mitternacht“.

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