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„Imperfect Women“: Perfekte Spannung, psychologisch schwach

Die Serie „Imperfect Women“ mit Elisabeth Moss in einer der Hauptrollen läuft bei Apple TV+.
Die Serie „Imperfect Women“ mit Elisabeth Moss in einer der Hauptrollen läuft bei Apple TV+. (Foto: Apple TV+)

Die drei Freundinnen Mary, Eleanor und Nancy scheinen unzertrennlich. Dann wird Nancy ermordet. Die Thrillerserie „Imperfect Women“ läuft bei Apple TV+.

Die Serie lässt sich kaum Zeit, mit den Tatsachen rauszurücken, sie beginnt mit der Befragung Eleanors durch die Polizei, doch nur sukzessive wird klar, warum: In der vergangenen Nacht wurde ihre Freundin Nancy ermordet. Eleaonrs Aussagen bei der Befragung werden sofort in Rückblenden visuell inszeniert. Die Miniserie „Imperfect Women“ über drei Frauen, die nur auf den ersten Blick seit Jahrzehnten beste Freundinnen sind, kann jetzt bei Apple TV+ gestreamt werden.

Showrunnerin Annie Weisman („Physical“) hat mit „Imperfect Women“ den gleichnamigen Psychothriller der Autorin Araminta Hall mit einer Starbesetzung verfilmt. Elisabeth Moss (aktuell in der Arte-Mediathek mit der Spionageserie „The Veil“ zu sehen) spielt die reich gebornene und intelligente Mary, die jedoch als einzige der drei Freundinnen voll in ihrer Familie aufging und den beruflichen Erfolg dem Muttersein opferte: Sie kümmert sich zu Hause um ihre drei Kinder. Ganz anders Eleanor, gespielt von Kerry Washington („Django Unchained“, gleichnamige Serienverfilmung von „Kleine Feuer überall“ bei Amazon Prime Video), eine erfolgreiche Unternehmerin und Chefin einer internationalen Wohltätigkeitsorganisation, die über sündhaft teuere Spendengalas Geld akquiriert. Wie sich schon bald herausstellt, pflegt Eleanor nicht nur ein heimliches Verhältnis zu einem Untergebenen, sie weiß auch ganz schnell und professionell zwischen geschäftlichen Verhandlungen und privaten Gesprächen zu switchen – bis hin zu schlecht kaschierter Empathielosigkeit den Freundinnen gegenüber. Bleibt Nancy, die ermordete Freundin, gespielt von Kate Mara („The Dutchman“ bei Amazon Prime Video, „Call Jane“). Nancy kommt nicht nur aus einfachen, sondern aus regelrecht prekären Verhältnissen. Wie sie überhaupt mit Robert (Joel Kinnaman, „For all Mankind“) zusammenkommen konnte und welche Probleme aufgrund der völlig unterschiedlichen Herkunft im Laufe der Zeit entstanden, wird zwar gezeigt, aber nie psychologisch plausibel erzählt.

„Imperfect Women“: Elisabeth Moss schauspielerisch perfekt

Fakt ist: Robert entstammt einer Familie mit sehr viel altem Geld. Und wo wir schon bei der Kritik an der Serie sind: „Imperfect Women“ besitzt zwar einen spannenden Plot mit vielen sich entwickelnden Twists, aber bei der psychologischen Ausarbeitung der Serie treten enorme Schwächen auf, die auch schauspielerisch nicht aufgefangen werden können: Roberts Trauer ist behauptet. Wenn sie nicht da ist: was ist dann? Das wird auch nicht gezeigt. Sein schon wenige Tage nach der Ermordung seiner Frau startenden Verhältnis mit Eleonor hängt ebenso in der Luft. Eleanor gesteht zwar irgendwann, Robert schon seit langem geliebt zu haben, aber auch das nimmt man dieser taffen Geschäftsfrau nicht ab. Nur eines funktioniert nach vier gesichteten von insgesamt acht Folgen: Elisabeth Moss spielt die Hausfrau Mary perfekt – zwischen (erfülltem?) Muttersein, Misstrauen gegenüber Eleanor und der Polizei und immer engagierteren privaten Ermittlungen. Welche Untiefen sind bei ihr noch zu erwarten? Sicher viele, diese starke Twists generierende Option verschenkt die Serie sicher nicht.

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