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„Blutmond“ von Jo Nesbø: Bitterbøse

Buchcover „Blutmond“ von Jo Nesbø

Mit „Blutmond“ präsentiert uns Jo Nesbø einen einen arg angeschlagenen Serienkiller-Jäger Harry Hole, der nach Alkohol und Erbrochenem stinkt.

„Blutmond“ von Jo Nesbø ist unser Krimitipp der Woche.

Jemanden bei vollem Bewusstsein das Gehirn kochen – auf diese Folter sind vor langer Zeit mal die Komantschen gekommen. Und da Jo Nesbø bei seiner Harry-Hole-Serie gerne mit realistischen Gewaltdarstellungen schockt, greift er auf solch fiese Ideen aus der Menschheitsgeschichte zurück. Im nunmehr 13. Band ist Nesbøs mittlerweile arg angeschlagener Serienkiller-Jäger mit Metallprothese statt Mittelfinger und „J“-förmiger Gesichtsnarbe wieder mal kurz vorm Kollaps.

Nach dem traumatischen Tod seiner Frau hat sich Harry Hole feige nach L.A. davongesoffen, um dort fulltime seinen Kummer im Whiskey zu ertränken. Seine Thekenbekanntschaft, die ehemalige Schauspielerin Lucille, hat fette Schulden, die sie gewaltbereiten Eintreibern nicht zurückzahlen kann. Harry bleiben nur zehn Tage, sie zu retten. Da lockt das Geld, das ihm Immobilienmakler Markus Røed aus Oslo bietet, um dessen Unschuld an einem grausamen Doppelmord zu beweisen. Wer sich mit Nesbøs raffinierten Thrillern auskennt, ahnt, dass im Verlauf der immer wieder in die Irre führenden Ermittlungen nicht nur zwei junge Frauen buchstäblich Kopf und Kragen verlieren.

Mit „Blutmond“ präsentiert uns Jo Nesbø einen Serienkiller-Jäger, der nach Alkohol und Erbrochenem stinkt

Der Serienkiller experimentiert mit Toxoplasma-gondii-Parasiten, die auf nahrhaftes Hirn stehen, knuspert dabei „Hillman Pets Wurmkur“ wie Chips weg und riecht nach Moschus. Harry stinkt nach Alkohol und Erbrochenem. Trotzdem sieht er gerade noch rechtzeitig die Dinge aus einem anderen Winkel – während der Killer aus Band 14 schon im Baumarkt steht und sich eine neue Kette für seine Motorsäge kauft …

Mit „Blutmond“ hat es Jo Nesbø auf unsere Liste der besten Krimis im Januar 2023 geschafft.