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In die Falle gelockt

Buchcover „Die tote mit der roten Strähne“ von Kathleen Kent

Verstecken ist für die Heldin aus „Die tote mit der roten Strähne“ von Kathleen Kent nicht: Betty Rhyzyk sticht durch ihre 1,80 Meter Körpergröße und die rote Lockenmähne sofort ins Auge. Als erste Frau führt sie die Tradition ihrer polnischstämmigen Familie fort und stellt sich als Detective gegen das Verbrechen in New York City.

Nur ihrer Partnerin Jackie zuliebe zieht sie in das ihr lebensweltlich so fremde Texas, wo sie eine Stelle beim Drogendezernat in Dallas antritt. Betty muss sich dort nicht nur ihrer testosterongesteuerten Macho-Kollegen erwehren, sondern auch den Kampf gegen ein mexikanisches Drogenkartell führen.

Der erste Einsatz unter ihrer Leitung läuft natürlich gleich schief: Drogenboss Ruiz entkommt, und Rhyzyk steht unter Erfolgsdruck. Kein guter Start für die clevere Ermittlerin, die hart im Nehmen ist, Schlösser mit der Haarspange knackt und mit trockenem Humor jede Lesbophobie kontert. Rückhalt bekommt sie nur von Freundin Jackie sowie dem neuen Kollegen Seth, und Beistand leistet zudem ein Medaillon mit dem Schutzpatron der Polizei, das ihr bislang immer Glück gebracht hat. Vielleicht, weil Erzengel Michael ebenfalls rothaarig ist?

Kathleen Kent punktet mit skurrilen Ideen und schenkt dem Genre eine sympathisch geerdete Heldin

Bettys Haarfarbe spielt offensichtlich eine Rolle, und jemand hat es auf sie abgesehen. Das zeigt sich, als eine Tote mit abgeschnittenem Haarbüschel gefunden wird, ein Paket mit makaberem Inhalt auftaucht und jemand eine rote Strähne auf ihr Bett legt … Gleich zwei Nominierungen für den Edgar Award gab es für die dreiteilige Polizeiserie von Kathleen Kent, welche zum Start mit skurrilen Ideen punktet und dem Genre eine sympathisch geerdete Heldin schenkt. Zumal Kathleen Kent auch Sinn für ungewöhnliche Action hat: Killer des Drogenkartells greifen einige Texaner an, die gerade in Bürgerkriegsuniformen und mit altertümlichen Flinten eine historische Schlacht nachstellen. Da sollte mal niemand die Kavallerie der Südstaaten unterschätzen …

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