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„(K)ein Vater“ von Thomas Hammerl: Wenn der Papa nicht der Vater ist

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Nach 26 Jahren erfährt Thomas Hammerl, dass er nicht der leibliche Vater seines Kindes ist: „(K)ein Vater“ erzählt seine Geschichte.

Papa, wer ist eigentlich mein Vater? Wenn du nach 26 Jahren erfährst, dass dein Sohn nicht dein leibliches Kind ist, sprengt das deine Welt. Diese Lebenslüge traf den Journalisten und Inhaber einer Kommunikationsagentur Thomas Hammerl wie ein Schlag – jetzt erscheint seine Geschichte in Buchform. „(K)ein Vater“ widmet sich dem stigmatisierten Thema der sogenannten Kuckuckskinder. „(K)ein Vater“ ist weniger ein Roman als ein detaillierter Erfahrungsbericht, der anhand sehr persönlicher Erzählungen das Tabu-Thema schonungslos bearbeitet.

„(K)ein Vater“ von Thomas Hammerl: Tabu-Thema Kuckuckskinder

„Laut Schätzungen ist jedes fünfte bis zehnte Neugeborene ein Kuckuckskind“, zitiert Hammerl die Süddeutsche Zeitung (2016). Da das Thema des Vaterschaftstests immer noch im dunklen Tabu-Sumpf feststeckt, sind diese Zahlen zwar mit Vorsicht zu genießen, jedoch belegen sie, dass Kuckuckskinder alles andere als eine Ausnahme sind. Ein prominentes Beispiel ist die aus Herr der Ringe bekannte Schauspielerin Liv Tyler, die erst als neunjähriges Kind die Wahrheit über ihren „eigentlichen“ Vater erfuhr. Und 2014 haben Knochen-Analysen von Richard III. ergeben, dass es selbst im englischen Königshaus Kuckuckskinder gegeben haben muss …

Hammerls Buch ist ein Beweis dafür, wie erstaunlich heilig und scheinbar unantastbar das Konstrukt der Familie noch ist – sowohl im gesellschaftlichen als auch rechtlichen Kontext. „(K)ein Vater“ nutzt alte Tagebücher, Erinnerungsberichte sowie belegbares Faktenmaterial, um eine unglaubliche Geschichte zu erzählen, die in weiten Teilen einem Verschwörungs-Drama gleicht: Es entwirrt sich ein Netz aus Lügen, Intrigen, einem harten Rechtsstreit und schließlich einer unerwarteten Wendung.

„(K)ein Vater“ ist eine bewegende, persönliche Geschichte, die ganz grundlegende Fragen zur Identität und dem Wert der Familie aufwirft, Forderungen an unser Rechtssystem stellt und einen positiven Ausblick für einen souveräneren Umgang mit dem Thema Kuckuckskinder liefert – und wie Hammerl selbst sehr versöhnlich meint: „Das Leben schreibt die besten Geschichten.“

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