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Pitt-Bullen

Buchcover „Saubermann“ von Ken Bruen, rauchender Mann, schwarzweiß

Eins in die Fresse, ein Tritt vor’s Knie, zweimal in die Nieren geboxt: Chief Inspektor Roberts und Sergeant Brant gleichen ermittlerische Inkompetenz mit Brutalität aus, gefallen sich in breitbeinigen Eierkratzposen und mobben genüßlich die schwarze WPC (Women Police Constable) Falls. Die siebenteilige Polizeiserie von Ken Bruen („Füchsin“, „Kaliber“) rotzt als anachronistischer Brit-Pulp all dem vor die Füße, was Political Correctness, #MeToo und LGBTQ mittlerweile so mühsam erreicht haben.

Doch schon im ersten Band – 1998 erschienen, jetzt in deutscher Übersetzung – deutet sich an, dass schmerbäuchige Selbstgefälligkeit nicht zukunftsweisend ist: Ein interner Ermittler sitzt Roberts und Brant im Stiernacken, Roberts’ Frau findet junge Fuckboys besser als den alten Sack, und auch Falls wird sich gegen ihre versoffenen Vorgesetzten behaupten. Die wollen gerade mit einer „sauberen“ Verhaftung ihren Ruf retten: Gelegenheit dazu bieten ein Irrer, der das englische Cricketteam dezimiert, und eine Bande namens „E-Crew“, die Drogendealer hängt. Wer die fiesesten Tricks in Südost-London draufhat, zeigt sich als Brants heißgeliebte Krimisammlung geschreddert und ein Hund abgefackelt wird … Ken Bruen verneigt sich vor allem, was in der Popkultur cool ist, und on top gibt’s ein Nachwort von Alf Mayer, der einiges über Polizeiromane weiß. Gehört also definitiv in jedes gut sortierte Guilty-Pleasure-Regal.

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