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„Krokus Pokus“ von Kowsky: Nicht nur die Harten spielen in dem Garten

Früher war Marcus Ziegenrücker alias Kowsky ein Stadtmensch. Doch sein neues Album „Krokus Pokus“ hat alles verändert.

Kowsky Portraitfoto mit Gitarre im Garten
Foto: Franky Siegler

Kowsky, wie bist du auf die Idee gekommen, „Krokus Pokus“ in einem Garten aufzunehmen?

Kowsky: Die Songs für das Album habe ich hauptsächlich im Sommer im Garten geschrieben. Ich saß mit der Akustikgitarre unter dem riesigen alten Kirschbaum oder stand im Gartenhäuschen vor der alten Schrankwand – so eine Macke von mir. Die Natur, die Atmosphäre und die ganze Lebendigkeit des Gartens haben die Songs geprägt. Das Album dann am selben Ort aufzunehmen, war eine fixe Idee, die zunächst mit ganz vielen Fragezeichen versehen war: Gibt es dort überhaupt genug Strom? Was passiert mit dem Sound? Was ist, wenn es regnet und stürmt? Und spielen die Nachbarn mit? (lacht)

Kowsky, wie war es dann am Ende bei „Krokus Pokus“?

Kowsky: Total befreiend. Im Studio bewegst du dich ja meist in Räumen ohne Tageslicht. Die Sonne war also ein wichtiger Faktor, die frische Luft und die Wiese unter den Füßen, das ergab schon eine besondere Atmosphäre. Aber es war auch aufregend. Wir hatten zwar alles gut vorbereitet, so mit Windschutz für die Mikrofone, Planen für’s Equipment, falls es regnet, Aushängen und Gesprächen mit den Nachbarn. Das wird ja ganz schön laut, und man spielt die Songs auch nicht nur einmal. Aber Wetter und Nachbarn haben mitgespielt. Es waren sehr konzentrierte und zugleich magische Aufnahmen. Das ist schwer zu toppen.

Bist du im Allgemeinen eher Natur- als Stadtmensch?

Kowsky: Tja, ich war lange ein richtiger Stadtmensch. Und das vorherige Album war so gesehen auch ein richtiges Stadtalbum. Mein ganzes Leben hat in Berlin stattgefunden. Ich hab dort lange an den Songs und Sounds getüfftelt, als ginge es immer noch besser. Das Gartenalbum war dann schon ein bewusster Schritt raus aus der Stadt und weg von dieser Arbeitsweise. Im Entstehungsprozess habe ich erstmal gemerkt, was mir gefehlt hat. Das hat mich durchatmen lassen und mein Leben entschleunigt. Durch „Krokus Pokus“ habe ich jetzt ja auch einen ständigen Bezug zur Natur, da wir diesen Sommer hauptsächlich draußen und auch wieder Gigs in Gartenanlagen spielen werden.

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