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„From outside“ von Luciel: Komplexe Tiefenentspannung

Bandportrait Luciel, die gerade ihr neues Album „From outside“ veröffentlicht haben
LucielFoto: David Ertl

Die Jazzcombo Luciel aus Köln orientiert sich mit ihrem Album „From outside“ am Yachtrock, hat aber durchaus spannendere Themen zu bieten als Liebe und Liebeskummer.

Luciel sind mit ihrem neuen Album „From outside“ unser Jazzthema der Woche.

Vielleicht ist es die kollektive Erschöpfung nach drei Jahren Pandemie, vielleicht einfach Nostalgie – aber Yachtrock und Softrock, oft als 70er-Relikte abgetan, feiern gerade ein Revival. Bilderbuch sind dieses Jahr auf den Zug aufgesprungen, und Fleetwood Mac waren schon vor dem Tod von Christine McVie wieder in aller Munde. Auch die Jazzcombo Luciel aus Köln sorgt auf ihrem zweiten Album für Tiefenentspannung – was freilich keinen Mangel an Komplexität bedeutet.

Keyboarder David Rynkowski, Bassist Florian Rynkowski, Gitarrist Philipp Brämswig und Drummer Tim Dudek haben nicht nur Steely Dan, sondern auch die Fusion-Sammlung ihrer Eltern sehr genau studiert. Doch selbst in den funkigsten Momenten („Inside the Box“) bleibt das Quartett aalglatt, die Stimmung sonnig. Was „From outside“ trotzdem von anderer Liegestuhlbeschallung abhebt, sind die Texte. Wo es auf ähnlichen Alben um Liebe, im Extremfall mal um unglückliche Liebe geht, singen die Kölner mit ihren Gästen über alte Filmhelden („The Buffalo“), den Tod („From outside“) oder den Erlkönig („Alder Dreams“).

Mit ihrem Album „From outside“ sind Luciel unser Jazzthema der Woche. Zuletzt haben wir an dieser Stelle das Jazzpiano-Trio Designers vorgestellt.