Bücher

Nicht gleich in die Luft gehen

Cover „Teufelsberg“ von Lutz Wilhelm Kellerhoff

Nirgendwo tummelten sich mehr KGB-Spione, Alt-Nazis, Stasispitzel, Schlapphut-Amis und linksradikale Haschrebellen als Ende der 1960er-Jahre in Westberlin. Geschickt also, dass Martin Lutz, Uwe Wilhelm und Sven Felix Kellerhoff ihre Krimireihe genau an diesem historischen Brennpunkt platzieren. Auch im zweiten Band der Serie gerät der junge Kommissar Wolf Heller bei Mordermittlungen in ein Wirrwarr, das mit reichlich politischem und gesellschaftlichem Zündstoff aufgeladen ist. Diesmal deutet der Mord an einer jüdischen Frau eines Richters auf Antisemitismus hin. Doch eine verkohlte Leiche und ein paar Frauenmorde später wird die Lage zunehmend komplizierter: Welche Rolle dabei Aktivisten und Agenten spielen, ergründet Heller mit Faust und Finesse gegen alle Widerstände. So eckt er nicht nur beim Polizeipräsidenten an, sondern knockt auch mal einen lästigen Müllmann aus, der sich ihm in den Weg stellt. Schließlich führt der immer verzwickter werdende Fall dazu, eine sowjetische Sabotageaktion zu verhindern und eine entführte Amerikanerin zu finden. Den vollgepackten Plot verpackt das Autoren-Trio mit reichlich Lokal- und Zeitkolorit, das uns in einen heißen Sommer im Kalten Krieg versetzt: Beim Café Kranzler gibt’s draußen nur Kännchen, mit seinem Karmann Ghia kurvt der Kommissar quer durch das Sponti-Kreuzberg und statt der historischen Mondlandung observiert er eine Villa im Westend. Bis zum Showdown auf dem Teufelsberg steht Heller dabei richtig unter Dampf: So muss er nicht nur viele HB rauchen, sondern auch bei der Entschärfung einer Bombe aufpassen, dass er nicht gleich in die Luft geht …

Mit „Teufelsberg“ haben es Lutz Wilhelm Kellerhoff auf unsere Liste der besten Krimis im Mai 2021 geschafft.

„Teufelsberg“ jetzt auf bücher.de bestellen 

Nichts verpassen! Einfach unseren Buch-Newsletter abonnieren! Anmelden