KUNST

Max Ernst Museum Brühl: „Surreale Tierwesen“ treiben ihr Unwesen

Max Ernst Museum Brühl: „Surreale Tierwesen“
Salvador Dalí mit Rhinozeros, 1956, Fotografie, © Heinz Joachim Kummer-Stiftung Köln Foto: Jürgen Vogel für Max Ernst Museum Brühl des LVR

Das Max Ernst Museum Brühl macht Lust auf André Breton, Luis Buñuel, Salvador Dalí (in der Abbildung mit Rhinozeros), Meret Oppenheim, Marcel Duchamp, Max Ernst und Pablo Picasso (hier unser Text zur aktuellen Picasso-Ausstellung im Museum Ludwig in Köln). Denn dort treiben vom 3. Oktober bis 6. Februar 2022 „Surreale Tierwesen“ ihr Unwesen – was gar nicht negativ gemeint ist, denn die auch als Alter Ego der Künstlerinnen und Künstler erdachten Geschöpfe sind ja in dem Sinne Un-wesen, weil sie Mischwesen sind aus echten Tieren und dem, was die Fantasie hergab. Es gibt sie so nur in der Kunst.

Max Ernst Museum Brühl: Privaphantome und Mischwesen

Es sind zu sehen: 140 Werke von 74 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Gemälde, Skulpturen, Arbeiten auf Papier, illustrierte Bücher und Zeitschriften sowie Filme, begleitet von literarischen Texten der Surrealisten. Damit wird der Bogen von den Anfängen der surrealistischen Bewegung in der Literatur und bildenden Kunst der frühen 1920er-Jahre bis zur Jahrtausendwende gespannt und die Variationsbreite der künstlerischen Positionen aufgezeigt.

Das Bestiarium, das die Bildwelten des Surrealismus beherrscht, ist so umfangreich noch niebehandelt worden, obwohl sich zahlreiche Künstlerinnen und Künstler entsprechende Privatphantome und Mischwesen erschaffen haben: sei es der Vogel bei Max Ernst, der Hund bei Dorothea Tanning oder die Sphinx bei Leonor Fini. neben en bekannten Künstlerinnen und Künstlern sind auch zu entdeckende in der Ausstellung vertreten wie Jean Benoît, Greta Knutson, Edith Rimmington, Friedrich Schröder-Sonnenstern oder Remidios Varo.

Und sonst noch?

Es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung im Max Ernst Museum Brühl:

Kuratorenführung: Bretons Tierleben, Freitag, 15.10. | 16.30–17.30 Uhr

Die Ausstellung „Surreale Tierwesen“ verdeutlicht die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Positionen im Surrealismus. Die bildkünstlerische und literarische Bewegung, die Anfang der 1920er Jahre entstand, lässt sich deshalb nicht – wie Impressionismus, Expressionismus oder Kubismus – durch Stilmerkmale charakterisieren. Dr. Jürgen Pech, der Kurator der Ausstellung, erläutert anhand ausgewählter Beispiele, welche Aspekte und Methoden den Surrealismus maßgeblich geprägt haben.

max. 12 Teilnehmer, Kosten 5 Euro pro Person zzgl. Museumseintritt, Anmeldeschluss: 12. 10.2021

Lesung mit Schauspielerin und „Tatort“-Kommissarin Anna Schudt und Moritz Führmann

Musik: Anikó Kanthak, Samstag, 6. 11. | 19.30 Uhr

Auf der Suche nach dem Unbewussten erschufen die Surrealisten fantastische, mitunter unheimliche und monströse Kreaturen, die in den surrealistischen Texten ihr Unwesen treiben. In der Lesung werden diese surrealistischen Fantasien in all ihrer Schonungslosigkeit lebendig vorgetragen und musikalisch untermalt mit Vokalbeiträgen von Anikó Kanthak. Anna Schudt und Moritz Führmann sind bekannt aus zahlreichen Film und TV-Produktionen, Anna Schudt nicht zuletzt als Dortmunder „Tatort“-Kommissarin.

Ticket 1: Ausstellungsbesuch (18 Uhr) und Lesung 29 Euro Erwachsene, ermäßigt 24 Euro

Ticket 2: Lesung 20 Euro Erwachsene, ermäßigt 16 Euro

Karten: Onlineshop und Museumskasse

Das besondere Neujahrskonzert: Dialogo animal mit den „Talking Horns“

Sonntag, 9. 1. 2022 | 11–12.30 Uhr

Die Talking Horns „erzählen“ mit ihren Instrumenten (Tuba, Posaune, Saxofon und Bassklarinette) unterhaltsame Geschichten aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Sie tauchen ein in die musikalische Welt der surrealen Tierwesen und produzieren dabei selber welche, so z.B. den Ohrwurm. Ein Erlebnis für alle Sinne und ein besonderer Start in das junge neue Jahr.

Ticket: Ausstellungsbesuch mit Konzert 19 Euro Erwachsene, ermäßigt 16 Euro; Kinder und Jugendliche bis 18 Jahr 8 Euro

Karten: Online-Shop und Museumskasse

Nichts verpassen! Einfach unseren Kultur-Newsletter abonnieren! Anmelden