Melodie und Frohsinn: Die Sportfreunde Stiller sind 30
Ihren 30. Geburtstag feiern die Sportfreunde Stiller mit Album, Doku und Tour. Wir schaffen sie es nur, auch in diesen Zeiten optimistisch zu bleiben?
Peter, Florian, ihr zelebriert euren runden Geburtstag mit einem wahren Füllhorn an Aktivitäten. Wolltet ihr sicherstellen, dass niemand an eurem 30-jährigen Bestehen vorbeikommt?
Peter Brugger: So manches Jubiläum haben wir in der Vergangenheit tatsächlich ein bisschen verpasst, vor allem unser 25-Jähriges. Das wollten wir dieses Mal auf keinen Fall riskieren. Und dann ist eins zum anderen gekommen. Zum Glück haben wir bereits vor vielen Jahren angefangen, einfach mal mitzufilmen, weil wir schon lange im Hinterkopf hatten, irgendwann eine Doku zu machen. Dieser lockere Plan wurde dann vor anderthalb Jahren plötzlich sehr konkret. Irgendwann drängte Flo auch ganz arg darauf, dass wir uns selbst zu unserem Geburtstag ein Album schenken. Und jetzt merken wir gerade selber, was da alles auf uns zugerollt kommt. Aber wir sind motiviert, wir haben Bock, wir freuen uns über alles, was in diesem Sommer passiert.
Euer Album „Happy Birthday“ ist eine Art moderner Sportfreunde-Stiller-Klassiker. Die guten alten mitreißenden Songs im Stil von „Ein Kompliment“ oder „Applaus, Applaus“ sind wieder da. Eine bewusste Entscheidung?
Florian Weber: Ja, durchaus. Wir haben weniger experimentiert und einfach unsere Herzen ausgeschüttet. Irgendwie sind dabei viele der typischen Sportfreunde-Hymnen herausgekommen.
Hymnen wie beispielsweise das extrem lebensfreudige „Vergiss mir die Zukunft nicht“.
Weber: Offenbar haben wir einen guten Draht zur Positivität. Aber darüber singen und sprechen wir ja seit 30 Jahren. Wir wollen Lösungen anbieten. Es liegt uns darüber hinaus deutlich näher, Melodien mit einer besonderen Energie und Chemie zu schreiben, als irgendwelche hochkomplexen Musikstücke zu fabrizieren.
Die Zeiten sind nun, wie sie sind. Wie haltet ihr den Draht zur Positivität trotz allem am Glühen? Muss man das wollen, zuversichtlich zu sein?
Brugger: Ich denke schon, dass man selbst aktiv werden und den Fokus auf die Dinge und Werte richten muss, die man als positiv erachtet. So etwas kommt nicht einfach dahergeflogen, und man könnte sich theoretisch auch auf die Seite der Pessimisten schlagen. Aber das halten wir nicht für zielführend – gerade in diesen Zeiten. Im Zusammensein mit anderen Menschen wollen wir Dinge bewegen, Gemeinschaft erleben und feiern. Ich glaube, das ist wirklich essenziell.