„Monique bricht aus“ von Édouard Louis

Nach „Die Freiheit einer Frau“ berichtet Édouard Louis nun in „Monique bricht aus“ von der zweiten Flucht seiner Mutter.
Bereits in „Die Freiheit einer Frau“ hat Édouard Louis von Leben seiner Mutter erzählt. Das 2021 erschienene Buch handelt nicht nur von den falschen Kerlen, zu frühen Schwangerschaften, Armut und geplatzten Träumen, sondern auch von einem gelungenen Ausbruch, denn Louis’ Mutter gelingt es, den Vater zu verlassen und die gewaltvolle Ehe hinter sich zu lassen.
Doch die Geschichte wiederholt sich, und so berichtet der für seine Grenzgänge zwischen Literatur und Soziologie gefeierte Autor in „Monique bricht aus“ von der zweiten Flucht seiner Mutter: Nach der Trennung vom Vater ist sie zwar nach Paris entkommen, lebt aber in einer Hausmeisterwohnung mit einem Mann zusammen, der sie genauso schlecht behandelt wie Louis’ Vater. Eines Nachts ruft sie beim Sohn an, während ihr neuer Partner sie im Hintergrund rüde beschimpft. Schritt für Schritt planen Mutter und Sohn den Ausbruch, und ein neuer Anfang gelingt … Komprimiert auf gerade mal 160 Seiten erzählt Édouard Louis diese persönliche Geschichte. Doch dieses Buch braucht Zeit und wirkt lange nach, denn immer wieder sind da Sätze, bei denen man innehalten muss, um über die eigene Situation und gesellschaftliche Umstände nachzudenken.
Mit „Monique bricht aus“ hat es Édouard Louis auf unsere Liste der besten Bücher im März 2025 geschafft.