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„Munich Games“ auf Sky One und Wow

Die Thrillerserie „Munich Games“ handelt von der Drohung, dass sich das Massaker von München von 1972 heute wiederolt. Jetzt auf Sky und Wow.

Am 5. September jährt sich das Massaker von 1972, das palästinensische Terroristen in München an der israelischen Olympiamannschaft verübten, zum 50. Mal. Die Serie Munich Games (Sky und Wow) handelt von einem geplanten Freundschaftsspiel zwischen einer deutschen und einer israelischen Fußballmannschaft, das die unverbrüchliche Verbundenheit beider Länder zueinander zum Ausdruck bringen soll. Als aber der in Berlin stationierte israelische Mossad-Agent Oren Simon (Yousef Sweid) im Darknet ein Videospiel aufspürt, in dem die israelische Mannschaft im Münchner Olympiastadion von MP-Salven niedergemetzelt wird, sind alle alarmiert: Im Videospiel kann man die echte Dronenanlage erkennen, die erst vor wenigen Tagen zur Terrorabwehr im Olympiastadion installiert wurde.

Oren Simon wird zum Verdruss des bayerischen LKA der Beamtin Maria Köhler (Seyneb Saleh) zugeordnet, einer Ermittlerin mit libanesischen Wurzeln. Simon misstraut Köhler und hackt schon am ersten Tag deren Handy, um sie zu überwachen. Doch die Serie belässt es nicht bei diesen Untiefen in der Struktur der Ermittlungen, sie macht es den ermittelnden Beamten genauso wenig leicht wie den Zuschauern, die keine rein gute Partei präsentiert bekommen: Der Besitzer des israelischen Klubs ist korrupt und wird erpresst. Die deutschen Behörden arbeiten mehr gegen- als miteinander, Oren Simon wächst der Fall aus privaten Gründen fast über den Kopf, und der Mossad schüttelt nur mit dem Kopf – vor allem über Gewaltenteilung und Föderalismus. Regisseur Philipp Kadelbach („Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) ist mit Munich Games ein spannender Geheimdienstthriller gelungen – vor allem Dank der israelischen Serienschöpferin und Drehbuchautorin Michal Aviram, die gemeinsam mit Martin Behnke für das Script verantwortlich war.

Munich Games ist ein Geheimdienstthriller, der zwar manchmal Twist-mäßig über die Stränge schlägt, ansonsten aber gelungen zwischen den Polen Flüchtlingsheim und rechtsradikale Szene nach den Gruppierungen sucht, die ein Interesse nach einem neuen Massaker von München haben könnten. Sky zeigt zum Jahrestag des Attentats nicht nur die Serie, sondern mit „1972 – Münchens Schwarzer September“ auch eine vertiefende Dokumentation zum Thema. Sehr empfehlenswert ist auch die ARD-Dokumentation „Tod und Spiele“, ein Vierteiler mit sehr viel Originalmaterial der ARD von 1972.  jw

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