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„No other Choice“ im Kino: Töten für den Job

Die Kapitalismussatire „No other Choice“ des Regisseurs Park Chan-wook läuft ab dieser Woche in den Kinos.
Die Kapitalismussatire „No other Choice“ des Regisseurs Park Chan-wook läuft ab dieser Woche in den Kinos. (Foto: ⓒ 2025 CJ ENM Co. Ltd. MOHO FILM ALL RIGHTS RESERVED)

Wie brüchig ein vermeintlich sicheres Leben ist, muss Man-soon erfahren, als er arbeitslos wird. Der südkoreanische Star-Regisseur Park Chan-wook bringt jetzt mit „No other Choice“ eine äußerst schwarzhumorige Kapitalismussatire in die Kinos.

„Ich habe alles, was ich brauche“, freut sich Man-soon (Lee Byung-hun) an einem spätsommerlichen Grillabend in seinem Garten. Was wie Affirmation klingt, ist schlichtweg eine Tatsache: Man-soon ist glücklich verheiratet, hat zwei Kinder, zwei Hunde, ein geräumiges Haus und einen guten Job als Ingenieur in der Papierindustrie. Als Letzteres der Digitalisierung und Automatisierung anheimfällt, findet sich der eben noch glückliche Familienvater in einem – nun wirklich – affirmativen Hokus-Pokus-Hilfekurs wieder. Die Kapitalismussatire „No other Choice“ läuft im Kino.

Gegen den freien Fall hilft das allerdings nur bedingt, es müssen härtere Geschütze her. Selten wurde die Angst vor Abstieg und Arbeitslosigkeit so eigen, so interessant inszeniert wie in der schwarzhumorigen Satire „No other Choice“. Bei der Schönheit der Bilder dieses Films, wie elegant der südkoreanische Star-Regisseur Park Chan-wook („Oldboy“, „Die Frau im Nebel“) die digitale mit der analogen Welt in Beziehung setzt, könnte man beinahe vergessen, wie existentiell es hier zugeht. Und so plant der Man-soon seine Mitbewerber um eine der letzten lukrativen Stellen in der Papierbranche kurzerhand zu töten. Schnell hat man die Parabel auf die LinkedIn-Ellenbogengesellschaft verstanden, der eigenwillige Erzählstil und die perfekt temperierten Slapstick-Momente halten einen dennoch bis zum Schluss an der Stange. Zumal wir, als die Ausweglosigkeit und die Ohnmacht vollends um sich greifen, verstehen, dass Park hier eine weitaus tiefere Analyse vornimmt, als zunächst vermutet. Schließlich erzählt „No other Choice“ auch von der durchs Geld bestimmten Freiheit, von der Ökonomie der Liebe und der falschen Annahme, dass Glück der Moral unterliegen würde. Wer da an Bong Joon-hos „Parasite“ denkt, liegt nicht falsch.

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