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„Phoenix – Change or die“: Klima oder Kinder

Hans Frankenheimer (Benno Fürmann)
Hans Frankenheimers (Benno Fürmann) Tochter wurde mit drei anderen Kindern von der Aktivistengruppe Phoenix entführt. (Foto: Nicolas Velter (ZDF))

Eine Entführung um die Umwelt zu retten? „Phoenix – Change or Die“ läuft jetzt bei ZDFneo und kann in der ZDF-Mediathek gestreamt werden.

Heiligt der Zweck wirklich immer die Mittel? Die ZDFneo-Serie „Phoenix – Change or die“ beschäftigt sich genau mit dieser Frage: Die Aktivistengruppe Phoenix entführt die Kinder der Vorstandschefs von den vier Unternehmen, die in Europa für die meiste Umweltverschmutzung sorgen. Mit dieser radikalen Maßnahme wollen sie die Firmen für ihre Taten bezahlen lassen und fordern Veränderung beim Umgang mit dem Klimawandel. Die Thrillerserie „Phoenix – Change or die“ läuft jetzt bei ZDFneo und kann in der ZDF-Mediathek gestreamt werden.

Die französisch-deutsche Serie „Phoenix – Change or die“ beginnt mit erschreckenden Bildern: Gefesselte Geiseln, maskierte Entführer und eskalierende Proteste. Doch wie kam es dazu? Alles beginnt mit einem großen Wirtschaftsgipfel in den französischen Alpen. Hier wollen vier große Unternehmen (die sogenannten „Schmutzigen Vier“) ihr gemeinsames Projekt „Ice back“ vermarkten. Ein reines Greenwashing-Projekt, bei dem die Führungspersonen rund um Hans Frankenheimer (Benno Fürmann, Biohackers) nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind. Doch alles kommt anders, als sie plötzlich ein Video bekommen, auf dem ihre Kinder gefesselt und geknebelt mit einer Pistole am Kopf zu sehen sind. Die Forderung: Eine Spende von 12 Milliarden Euro an die Umweltstiftung „Climate Shield“, sonst sterben die Kinder.

Dabei handelt es sich um eine extreme Aktion der Gruppe Phoenix, mit der die sechs jungen Umweltaktivisten etwas verändern und unter allen Umständen ein Zeichen setzen wollen. Angeführt von Mathias Boissel (Léo Legrand), sperren sie die Kinder in eine einsame Waldhütte und warten, dass die Konzernbosse ihre Bedingungen erfüllen. Anfangs wirkt es noch so, als würde dieser Plan aufgehen, doch als Polizei und Presse Wind von der Sache bekommen, die Umweltstiftung das Geld ablehnt und ein großer Waldbrand ausbricht, eskaliert die Situation. 

„Phoenix – Change or die“: Helden oder Verbrecher?

Das Thema Umweltverschmutzung und die langfristigen Folgen unseres aktuellen Handelns in Filmen und Serien aufzugreifen, ist keine neue Idee. Besonders Dystopien wie „Interstellar“, „The Day after Tomorrow“ oder „Wall-E – Der Letzte räumt die Erde auf“ gibt es zuhauf. Mit der sechsteiligen Serie „Phoenix – Change or die“ wird uns allerdings nicht nur der Spiegel in Sachen Naturschutz vorgehalten, sondern auch die Thematik: „Wie weit darf Aktivismus gehen?“ behandelt. Diese hochaktuelle Fragestellung ist hier gut umgesetzt, und die Handlungsweise wirkt zwar sehr radikal, aber vorstellbar. Jedoch macht Regisseur Franck Brett auch deutlich, auf welche Seite wir uns als Zuschauende positionieren sollen, indem beispielsweise die entführten Kinder sich ein wenig zu schnell mit den Aktivisten anfreunden und ihnen sogar helfen, anstatt zu fliehen. Der Plot ist spannend, könnte aber manchmal ein bisschen flotter voranschreiten und weniger Zeit in Vor- und Nebenhandlung investieren. Wenigstens bekommen wir so interessante und vor allem nachvollziehbare Charaktere. Besonders Léo Legrand als Mathias Boissel macht seine Sache ziemlich gut.

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