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Das Rap-Musical „Hamilton“ wurde in Hamburg vorgestellt

Das Musical „Hamilton“ wurde heute im Hamburger Stage Operettenhaus vorgestellt. Deutsche Uraufführung ist im Herbst, der Vorverkauf läuft.

25 000 Wörter im Original, 58 000 Wörter in der deutschen Übersetzung: Das Musical Hamilton hat mehr als den dreifachen Text eines herkömmlichen Musicals. Doch Textlastigkeit ist nicht sein einziges Alleinstellungsmerkmal. Das Musical ist auch ansonsten einmalig, und das machten heute alle Verantwortlichen der Stage Entertainment – sie bringt Hamilton im Oktober im Stage Operettenhaus Hamburg auf die Bühne. Dabei sind sie sich mit dem früheren US-Präsidenten Barack Obama einig.

Worum geht es im Musical Hamilton? Alexander Hamilton war vor 250 Jahren bei der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika der erste Finanzminister des Landes. Das Musical bringt Kabinettsitzungen, Regierungsgespräche, Polittalk ohne Ende. Gleichzeitig ist es in durchnotiertem Rap geschrieben, hat Tanzeinlagen ohne Ende, ist komplett  und ist in seiner Summe schon gar kein herkömmliches Musical mehr. Barack Obama sagte in einem Interview, als man ihm gegenüber erstmals erwähnt habe, um was es in „Hamilton“ gehe, hätte er schallend gelacht und gedacht, man wolle ihn foppen. Nach dem Besuch der Show war er von Inhalt und Umsetzung mehr als überzeugt. Und die internationale Presse – das Musical wird in den USA am Broadway sowie in London gespielt – überschlug sich in den letzten Jahren mit ihren hymnischen Kritiken. Alexander Hamilton, unehelig in der Karibik geboren, hatte sich als Immigrant nach oben gearbeitet, ehe er an der Gründung der USA mitwirkte und schließlich erster Finanzminister der Vereinigten Staaten wurde. Auch wenn sein Leben nicht ganz so positiv verlief, wie im Musical wiedergegeben, so ist es als Blaupause für Kreativiät und Erfolg in den USA doch sehr geeeignet. Disney brachte die Originalversion des Musicals bereits vor zwei Jahren in die Kinos, inzwischen kann sie beim Streaminganbieter Disney+ geschaut werden.

Hamilton: Politiktalk im Rhythmus des Rap

Hamilton hatte eine Vorlaufzeit wie noch kein anderes Musical in Deutschland, alleine drei Jahre dauerte das Casting – allerdings auch bedingt durch Corona. Die Übersetzung der Texte stellte ebenfalls eine Herausforderung, die gemeistert wurde. Es waren viele Menschen aus dem Rap beiteiligt – auch Schauspielerinnen und Schauspieler – die vorher nicht oder nur ganz am Rande mit dem Genre „Musical“ zu tun hatten und jetzt mittendrin sind. Kurz: Viele Details aus dem Produktionsbereich stützen die These, wonach das Musical Hamilton im Grunde überhaupt kein Musical ist. Hamilton wird im Oktober deutsche Uraufführung feiern, ab Ende September beginnen öffentliche Probedurchgänge, Anfang August die Proben. Die Zeichen stehen nicht schlecht dass die Mischung aus Politik und Rap, die jetzt auch divers aufgestellte Geschichte vom Land der unendlichen Möglichheiten auch in Deutschland so erfolgreich sein könnte wie in New York und London.

 

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