MUSIK

Nach spektakulärer Flucht: Pussy Riot starten Deutschlandtour

Marija Aljochina
Marija Aljochina auf der re:publica 2015 am 05.05.2015 in Berlin.re:publica from Germany, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons
  • Marija Aljochina, Mitglied der regimekritischen Band Pussy Riot, ist aus Russland geflohen.
  • Bei der spektakulären Flucht nach Litauen musste sie sich als Lieferantin verkleiden.
  • Heute, am 12. Mai, beginnt die Gruppe eine Tournee durch Deutschland

Seit vielen Jahren setzt sich Marija Wladimirowna Aljochina als Mitglied des Kollektivs Pussy Riot für mehr Freiheit ein. Dabei ist sie Wladimir Putin regelmäßig ein Dorn im Auge. 2012 ist die Band schlagartig bekannt geworden, als sie in einer Moskauer Kathedrale gegen den Präsidenten protestiert hat. Aljochina war seitdem wiederholt im Gefängnis, hat sich aber nie von ihren Aktionen abbringen lassen.

Auch in Bezug auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben sich Pussy Riot klar positioniert und etwa mithilfe von NFTs Geld zur Unterstützung der Ukraine gesammelt. Mit dem Angriff auf die Ukraine habe Russland sein Existenzrecht verwirkt, so die 33-jährige Aktivistin laut der New York Times. Putin hat auf die Proteste reagiert, indem er Aljochina, die sich bereits im De-facto-Hausarrest befand, zu 21 Tagen in einer Strafkolonie verurteilen ließ. Die Aktivistin hat daraufhin beschlossen, Russland zu verlassen. Für ihre Flucht hat sie sich einen riskanten Plan überlegt: Da sie beobachtet wurde, hat sie sich als Mitarbeiterin eines Lieferservices verkleidet. In einem Selfie, das die New York Times auf Twitter gepostet hat, sind Aljochina und ihre Freundin Lucy Shtein in der Uniform der Firma zu sehen:

Auf diese Weise maskiert ist es Aljochina gelungen, zunächst nach Belarus – wofür sie drei Versuche brauchte – und dann nach Vilnius zu fliehen, wo sie der New York Times dann ein Interview gegeben hat. Dabei war sie von anderen Pussy-Riot-Mitgliedern umgeben, die Russland ebenfalls verlassen haben. Die Flucht klinge „wie ein Spionage-Roman“, sagte die Aktivistin selbst. Sie hoffe zwar, irgendwann nach Russland zurückkehren zu können. Für den Moment ist allerdings erst einmal eine Tournee mit Pussy Riot geplant, die am 12. Mai in Berlin beginnt. Hier gibt es Tickets dazu.

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