KUNST

Rainer Werner Fassbinder und seine Filme jetzt in einer Retrospektive

Rainer Werner Fassbinder und seine Filme in der Bundeskunsthalle Bonn
Rainer Werner Fassbinder und seine Filme in der Bundeskunsthalle BonnFoto: © DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main / Sammlung Peter Gauhe. Foto: Peter Gauhe

Rainer Werner Fassbinder hat Filme gedreht, denen schon so einige Retrospektiven gewidmet wurden. Und das völlig zu recht, ist der mit jungen 37 Jahren gestorbene Künstler doch eine Ausnahmegestalt im deutschen Film. Zum einen, was seine Themen betrifft, die von Klassikeradaptionen wie„Effie Briest“ und „Berlin Alexanderplatz“ und Melodramen wie „Die Ehe der Maria Braun“ oder „Angst essen Seele auf“ bis zu Dramen aus dem Homosexuellenmilieu („Querelle“) reichten. Aber auch das Produktionstempo von Fassbinder (hier unsere Kritik zum letztjährigen Fassbinder-Biopic von Oskar Roehler) ist legendär: Er schuf über 40 Spielfilme, zwei Fernsehserien, 14 Theaterstücke und vier Hörspiele. Wie keinem deutschen Filmemacher davor und danach gelang es Fassbinder, radikale Subjektivität und gesellschaftliche Analyse zu verbinden.

„Methode Rainer Werner Fassbinder – Eine Retrospektive“ läuft nun vom 10. September bis 6. Februar 2022 in der Bundeskunsthalle in Bonn. Rainer Werner Fassbinder und seine Filme lohnen ein Wiedersehen.

Mehr Informationen und Tickets gibt es auf der Website der Bundeskunsthalle.

Berühmte Zitate von Rainer Werner Fassbinder:

  • „Ich werfe keine Bomben, ich mache Filme.“
  • „Es gibt drei Arten von Frauen: Die Schönen, die Intelligenten und die große Mehrheit.“
  • „Frauen sind in meinen Filmen natürlich insofern schlechter weggekommen, als ich sie besonders ernst genommen habe. Ich habe Frauen niemals deswegen besser behandelt, weil sie Frauen sind, sondern ich habe ihre Fehler ernst genommen. Und ich war auch immer ziemlich traurig darüber, dass mir das vorgeworfen worden ist – ich nämlich habe mir da selbst nichts vorzuwerfen. In diesem Film sind die Frauen stark und stärker als die Männer.“
  • „Man muss zumindest versuchen zu beschreiben, was man nicht verändern kann.“
  • „Das Leben wird erst handlich und verfügbar, wo der Tod als das Eigentliche der Existenz akzeptiert wird. Solange der Tod etwas Tabusiertes ist, solange ist auch das Leben eines, das nicht interessiert.“
  • „Es sind Leute, die, um leben zu können, was ihnen lebenswert erscheint, sich halt in Rollen begeben, die eigentlich nicht die ihren sind. Das ist natürlich etwas Trauriges oder auch etwas Schönes.“
  • „Du musst in allen Phasen deines Lebens stehen, sonst verrätst du dich selbst.“
  • „Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.“

 

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