Spezial

Das Tier im Menschen: Ro Bergmans „Animal“

Ro Bergman
Foto: Peter Rigaud

Zurück zur Natur: Dieser Slogan wird wohl nie außer Mode kommen. Doch die Natur kann nicht nur unschuldig und bodenständig sein, sondern auch wild, unfair und grausam. Mit diesem Gegensatz beschäftigt sich der österreichische Singer/Songwriter Ro Bergman auf seiner neuen Single „Animal“.

Und auch das Video zeigt, wie schön und zugleich respekteinflößend die Natur sein kann. Das haben Ro und sein Team nämlich auf einem Bergmassiv in den Alpen gedreht. Aber seht selbst: Wir präsentieren das Video zu „Animal“ hier auf unserer Seite. Dazu haben wir mit Ro Bergman über den Dreh, Tanz, dünne Luft und seine Zukunftspläne gesprochen.

Ro, wie genau ist der Song „Animal“ entstanden?

Ro Bergman: Angefangen habe ich mit den Basstönen am Klavier und dem Wort „Animal“ – das hat dann die restliche Welt für den Song eröffnet. Das Lied ist recht schnell entstanden, ich habe gar nicht erwartet, dass es letztlich so eine Oper wird. Aber manche Songs schreiben sich, so merkwürdig das klingt, von selbst. Ich mag die Mischung, beziehungsweise die Entwicklung aus dem sehr Intimen zu dem, was danach kommt.

Im Text des Liedes geht es um das Tier im Menschen. Ist das ein Zustand, in den du dich zurücksehnst? Oder eher etwas, das du überwinden willst?

Bergman: Mich persönlich hat die innere Zerrissenheit zwischen ungezähmter Unabhängigkeit und angepasster Zugehörigkeit sehr beschäftigt.  Wieviel Raubtier darf man sein als Mensch?  Wo lässt man sich einsperren oder wie sehr folgt man seinen Instinkten?

Ihr habt das Video zum Song hoch in den Bergen gedreht. Welche Herausforderungen waren damit verbunden?

Bergman: Wir waren ein Team von 11 Personen und sind um 6 Uhr morgens losgestartet. Danach hatten wir keine Möglichkeit mehr, uns aufzuwärmen, und waren den Witterungsbedingungen auf 2 400 m Höhe unmittelbar ausgesetzt . Ich hatte definitiv Bedenken, dass den Tänzern kalt wird, aber sie haben das mit unglaublichem Einsatz großartig bewältigt. Noch dazu sind Mihail Sosnovski und Eno Peci wirkliche Stars in ihrer Szene – so hat Mihail beispielsweise den Oscar für Balletttänzer gewonnen. Ich glaube, es gibt weltweit wahrscheinlich nur wenige Tänzer, die das unter diesen speziellen Umständen so umgesetzt hätten, da auch in dieser Höhenlage die Luft schon dünn wird und die körperliche Belastung unglaublich hoch macht.

Im Video treten zwei Tänzer der Wiener Staatsoper auf. Wie ist diese Idee entstanden? Und was ist deine Beziehung zum Tanz als Kunstform?

Bergman: Der Tanz im Video ist eine Mischung aus Revierkampf und Verbrüderung. Als der Regisseur Rupert Höller mir von seine Idee bezüglich des Videos erzählt hat, habe ich sofort an Mihail gedacht. Ich kannte ihn von früher und war sehr stolz, als er zugesagt hat, weil ihm der Song und die Idee vom Video gefallen haben. Tanz ist für mich Ausdruck von Seele und Darstellung von Gefühlen – wenn man als Tänzer der Ton der Musik trifft, entsteht Magie.

Deine EP „Hi Lo“ erscheint im Frühjahr. Mit was für Themen setzt sich die EP noch auseinander?

Bergman: Wie der Titel schon sagt, behandelt die EP Höhen und Tiefen des Lebens. Das klingt aufs Erste recht ernst.
Aber ich finde es wichtig, an die Grenzen zu gehen … um wach zu sein und auch, um seine eigenen Potenziale auszuschöpfen. Das ist nicht definitiv nicht immer angenehm, aber so wächst man.

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