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„Blizzard“ von Robert Brack: Kalt erwischt

Buchcover „Blizzard“ von Robert Brack

Auch „Blizzard“ von Robert Brack spielt in Hamburg. Hier bekommt der Diebeszug einer Ganovenbande durch eine Naturkatastrophe eine unerwartete Wendung – was als Konzept für eine Krimireihe sehr einengend ist. Zudem Robert Brack mit „Dammbruch“ im letzten Jahr schon die perfekte Welle geritten hat: Die Sturmflut im Jahre 1962, in der seine Safeknacker absaufen, gehört als tragisches Extremereignis zur Geschichte der Bundesrepublik. Daneben gibt es (noch) zu wenige Schietwetterlagen, die vergleichbar dick aufbrausten.

Bleibt nur die Jahreswende 1978/79, deren Tiefdruck-Kapriolen zu meterhohen Schneewänden geführt und Norddeutschland bei arktischen Minusgraden tagelang auf Eis gelegt haben. Folgerichtig lässt Brack in „Blizzard“ eine wild gemischte Truppe in diese Kaltfront schlittern: Gisela muss sich warm anziehen, als beim Einbruch in ein Juweliergeschäft in der Hamburger Innenstadt nicht alles nach Plan läuft. Nicht nur wird beim Diebstahl eines seltenen Diamanten-Colliers ihr Gaunerbuddy Randy angeschossen, sondern unerwartet taucht auch noch Simona auf, die für Gisela eigentlich nur Informantin sein sollte. Jetzt haben sie die im Schlepp, als sie am Treffpunkt auf den Schmuckhehler, den/die gruftig-punkige(n) Kid K. und Giselas Lover treffen. Unterschiedliche Vorstellungen von der weiteren Flucht und ein Hippiepaar halten sie auf, bis ein Eissturm alle in einem Bauernhaus in Ostholstein festsetzt. Und wie bei einer durchgeschüttelten Schneekugel wird erst allmählich klar, wer durch raffinierte Intrigen kaltgestellt wird …

„Blizzard“ von Robert Brack spielt das klassische Setting einer eingeschlossenen (Zwangs-)Gemeinschaft neu durch

Ob Robert Brack – der oft reale Ereignisse seiner Wahlheimat Hamburg für seine Geschichten nutzt – noch weitere historische Land-unter-Szenarien parat hat? Als Ausgangspunkt für das klassische Setting mit einer eingeschlossenen (Zwangs-)Gemeinschaft erscheinen sie unverzichtbar. Doch das kann für einen gewieften Krimiautor wie Robert Brack auch schnell mal wieder Schnee von gestern sein. Und nun die Wettervorhersage für morgen …

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