„Romeria – Das Tagebuch meiner Mutter“: Die Tochter forscht
Berlinale-Siegerin Carla Simón mit neuem Film: „Romeria – Das Tagebuch meiner Mutter“ über die Suche einer Tochter nach ihrer wahren Familie startet am Donnerstag in den Kinos.
Die junge Marina (Llúcia Garcia) braucht für ihr Stipendium, mit dem sie in Barcelona Film studieren will, eine Abstammungsurkunde. Ihre Eltern sind gestorben, als sie noch ein kleines Kind war. Und während sie bei einer Pflegefamilie aufwuchs, gab es nie Kontakt zu ihren Großeltern in Vigo im Nordwesten Spaniens.„Romeria – Das Tagebuch meiner Mutter“ startet am Donnerstag in den Kinos.
Um von ihrem Großvater die nötige Unterschrift zu bekommen, taucht Marina bei ihrer lauten und chaotischen echten Familie auf, lernt Onkel, Tanten, diverse Cousins und Cousinen kennen – und erfährt, dass vieles von dem, was sie über ihre Eltern zu wissen glaubte, Notlügen und Erfindungen waren. Mit dem alten Tagebuch ihrer Mutter, gewissermaßen als Reiseführer, erkundet sie die Orte, an denen ihre Eltern damals lebten. So kommt sie der Wahrheit Stück für Stück näher – und findet in ihrem Cousin Nuno (Mitch Martín) einen Vertrauten, der ihr bei der Suche hilft … Regisseurin Carla Simón arbeitet mit „Romería“, kaum verhüllt, ihre eigene Lebensgeschichte auf – ein Projekt, zu dem auch ihre vorherigen Filme „Fridas Sommer“ und der Berlinale-Gewinner „Alcarrás – Die letzte Ernte“ zählen. Diese träumerische Sommer-Erzählung, die gegen Ende eine unerwartete Wendung ins Metaphysische nimmt, lässt sich aber auch ohne jedes Vorwissen genießen – als ein großartiger, perfekt besetzter Ensemblefilm, dessen farbgesättigte Bilder einen unmittelbar hineinziehen.