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„Rose“: Sandra Hüller ist in der Titelrolle eine Wucht

Sandra Hüller in der Hauptrolle: Das Drama „Rose“ läuft im Kino.
Sandra Hüller in der Hauptrolle: Das Drama „Rose“ läuft im Kino. (Foto: Schubert, Row Pictures und Walker + Worm Film, Foto Gerald Kerkletz)

Im Kino läuft das Drama „Rose“ des Regisseurs Markus Schleinzer an. Sandra Hüller spielt eine Frau während des Dreißigjährigen Krieges , die sich als Mann ausgibt und eine Erbschaft in einem Dorf beansprucht.

Soldat Rose kommt aus dem Dreißigjährigen Krieg in ein Dorf im Harz, er soll hier einen leerstehenden Bauernhof erben. Die Bevölkerung ist zwar skeptisch, niemand kennt Rose, aber seine Papiere scheinen in Ordnung, also lebt er sich ein, wird halbwegs toleriert, heiratet. Das Drama „Rose“ läuft im Kino.

Wäre da nur nicht ein Problem: Rose ist ein Hochstapler, ärger noch, Rose ist eine Frau. Markus Schleinzers „Rose“ ist einerseits ein Historiendrama, andererseits eine zu Herzen gehende, genderqueere Liebesgeschichte, in der sich aus einem Einzelschicksal eine ganze Welt heraus erkunden lässt, und schließlich eine Parabel auf die Gegenwart, in der sich ein Fremder noch so gut integrieren kann, er wird dennoch nie wirklich akzeptiert werden. Vieles an diesem Film beeindruckt: Sandra Hüller („Der Astronaut – Project Hail Mary“, „The Zone of Interest“) ist in der Titelrolle eine Wucht, aber auch Nebenfiguren wie Roses Frau Suzanna oder der Großbauer werden bei Caro Braun oder Godehard Giese („Wunderschöner“, „Die geschützten Männer“) plastisch, dazu kommen die kalt-nüchternen Schwarzweißbilder von Gerald Kerkletz und die sperrige Musik von Tara Nome Doyle. Das einzige, was Schleinzer misslungen ist: Der Wiener Regisseur dürfte sich auch mit seinem dritten Film nach „Michael“ (2011) und „Angelo“ (2018) nicht aus dem Schatten Michael Hanekes herausbewegt haben. Man erinnert sich: Haneke hatte ursprünglich die Schattenseiten des katholischen Gesellschaft Österreichs seziert, bevor er mit „Das weiße Band“ 2009 die repressiven Strukturen im norddeutschen Protestantismus erkundete. In Schwarzweiß übrigens.

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