Zum Inhalt springen

Sarah Lesch: „Die Bühne ist der einzige Ort, wo ich keine Angst habe“

SarahLesch_CoverPoesieWiderstand_Foto-by-SandraLudewig_quer
(Foto: Sandra Ludewig)

Viele Songs auf ihrem neuen Album hat Sarah Lesch schon letztes Jahr auf der Bühne gespielt – und dort zu Ende geschrieben.

Sarah, deine Tour und dein Album heißen „Poesie und Widerstand“. Sind das für dich zwei Seiten derselben Medaille?

Sarah Lesch: Eigentlich war der Titel erst mal ein Arbeitstitel, aber er lag irgendwie auch von Anfang an auf der Hand. Meistens schreibe ich eher aus dem Bauch heraus und frage mich erst danach, was alles noch darin steckt. Ich entdecke also selbst noch, was genau er bedeutet. (lacht) Aber für mich ist die Poesie extrem wichtig, sie begleitet mich schon immer und hat vieles überlebt. Ich glaube, sie lehrt uns übers Menschsein, übers Miteinander, die Dinge, die wir oft vergessen, weil wir zu sehr in unserem Erlebniskosmos gefangen sind.

Das Album erscheint jetzt im März, aber die Tournee unter dem Titel hast du schon letztes Jahr gestartet. Eine ungewöhnliche Reihenfolge, oder?

Lesch: Ich finde es traumhaft! Früher habe ich nur so gearbeitet: Ich bin mit der Gitarre los und wusste noch gar nicht, wie das Lied endet. Wenn ich vor Leuten auf einer Bühne singe, spüre ich erst richtig, ob ich das ausdrücke, was ich sagen will. Ich war noch nie eine Künstlerin, bei der das Konzept funktioniert, wo du auf einen konkreten Zeitpunkt hinarbeitest, in den du richtig viel Kohle steckst. Meine Erfolge waren immer Sachen, mit denen niemand mehr gerechnet hat. Wenn wir jetzt im März die Tour mit dem ganzen Album fahren, ist das trotzdem total schön – auch, weil alle Leute auf der Bühne daran mitgearbeitet haben.

Liegt dir das Auftreten insgesamt mehr als das Aufnehmen?

Lesch: Vor fünf oder sechs Jahren hätte ich diese Frage wohl noch anders beantwortet. Heute würde ich sagen: Ja, es ist ein essenzieller Bestandteil für mich, ich liebe es – vielleicht ist die Bühne der einzige Ort, wo ich keine Angst habe. Zugleich muss ich dazusagen: Heutzutage musst du leider so viel wie möglich live auftreten, um die Miete bezahlen zu können. Deshalb muss man auch auf sich achten. Ich brauche auch die Ruhe und die Einkehr, um zu schreiben.

Beitrag teilen:
kulturnews.de
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.