„Steal“ bei Amazon Prime Video: Milliardenraub – digital und blutig
Amazon Prime Video zeigt die Thrillerserie „Steal“: In dem britischen Heist-Movie wird nicht lange geredet, stattdessen dominieren Gewalt und Geheimnis. Wer steckt eigentlich nicht mit den Räubern unter einer Decke?
„Der Trick an dem Job ist, nicht vor Langeweile zu sterben.“ Die Witze, die Zara und ihr befreundeter Kollege Luke noch über ihren Arbeisplatz machen, bleibt ihnen bald im Hals stecken. Investmentgesellschaft Lochmill Capital in London wird nämlich von einer Gruppe brutaler Räuber überfallen, die jeden krankenhausreif zusammenschlagen, der nicht kooperiert. Allerdings wollen sie bei diesem Raub nichts Physisches mitnehmen, vielmehr erleichtern sie den Finanzdienstleister um vier Milliarden Pfund an Pensionsgeldern gewöhnlicher Menschen. Die Thrillerserie „Steal“ kann ab sofort bei Amazon Prime Video gestreamt werden.
Als die Räuber unmittelbar nach Dienstbeginn mit dem Aufzug zu der Investmentgesellschaft Lochmill Capital hochfahren, haben sie nicht nur Latexmasken über das Gesicht gezogen, sondern sind auch schwer bewaffnet. Wer nicht sofort spurt, wird brutal niedergeschlagen. Sehr schnell jedoch werden die Sachbearbeiterein Zara (Sophie Turner, „Game of Thrones“) und ihr Kollege Luke (Archie Madekwe, „Lurker“, „Saltburn“) genötigt, eine große Transaktion freizugeben: vier Milliarden Pfund Pensionsgelder sollen auf ein unbekanntes Konto überwiesen werden. Sobald die Räuber erkennen, dass die Summe bei ihnen eingetroffen ist, verschwinden sie auch schon wieder, und schon bald übernimmt die Polizei unter der Leitung des spielsüchigen und verschuldeten DCI Rhys Covac (Jacob Fortune-Lloyd, „Die drei Musketiere“) die Untersuchung des Falls. Die Belegschaft der Investmentgesellschaft ist schwer geschockt, aber trifft dies auch auf Zara und Luke zu? Oder wirkt hier was ganz anderes als der Schock? Schon am nächsten Tag wird klar, dass zumindest bei Zara eine gewaltige Summe an Kryptowährung eingetroffen ist, die sie sofort aus ihrem Wallet entfernt, auf eine externe Festplatte kopiert und diese bei ihrer Mutter unter einer Fußbodendiele versteckt. Und sie scheint gute Gründe dafür zu haben, denn schon bald machen einige der Räuber zumindest Jagd auf Luke, während Zara sich gerade noch verstecken kann. Oder ist das etwa der MI5? Rückblenden verdeutlichen außerdem, wie und warum die beiden mit dem Raubüberfall zu tun haben. Regisseur Sam Miller („Ein Gentleman in Moskau“, „Snowpiercer“) und seine Kollegin Hettie Macdonald („Normal People“, „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“) haben mit „Steal“ eine Thrillerserie geschaffen, die in der klassischen Tradition der Heist-Movies steht, nur eben um die Komponente digitaler Währungen erweitert. Dass man sich aber auch unter diesen Umständen noch immer die Hände schmutzig machen muss, weil der Mensch ein analoges Wesen ist, zeigt die Serie immer wieder ganz deutlich. Nach zwei gesichteten Folgen ist überhaupt noch nicht absehbar, wohin sich die Handlung entwickelt. Dass „Steal“ in seiner trockenen Manier der Figurenzeichnung und der Unmittelbarkeit von Gewalteruptionen aber spannend bleiben wird, darf dennoch als gesichert angesehen werden.